Eine politische Schandtat schlechthin

Dass ich diesen Beitrag nicht so leicht gesendet bekomme, bei der FAZ, dürfte auf der Hand liegen. Dennoch liegt eben in dieser Zensur eine bezeichnende Schandtat. Gerade beim Thema „Kultur und Klassenkampf“, wie ich jetzt auch diese Kategorie umbenennen werde.

Eine politische Schandtat schlechthin
Der ganze Frontalunterricht, welcher das eigentliche Lernziel nur in adäquate Formen gießt, nämlich hier dem Beschulten Standards beizubringen, und eben nicht die Befähigung zur selbstständigen Aufstellung solcher, ist längst obsolet. Nicht nur ob der aktuell geführten Inclusionsdebatte wird das klar. Dass allerdings der „Behinderte“ der ist, der da über sein „Recht auf eine diskriminierungsfreie Bildung“ die Tür zu aufreißt, mag dann doch als Treppenwitz daherkommen. Denn der Fortschritt im Diskurs – und auch die Biotechnologie reitet auf dessen Wellen – zeigt doch deutlich, dass das „Behindert-Sein“ die eigentliche Achillesferse der Klassengesellschaft ist. Denn das was da u.U. als dem „Standart entsprechend“, oder eben „nicht entsprechend“, bewertet wird, gibt über das Beschränktsein durch soziale Standards desjenigen, der da solchermaßen bewertet, doch nur wider, welche gesellschaftlich relevante „Beschränktheiten“ uns insgesamt behindern. Diese Beschränktheit aufzubrechen, sollte nicht nur das Sonderrecht der sog. Behinderten sein, die natürlich unter dieser Beschränktheit besonders leiden, sondern das Menschenrecht – schlechthin. Angesichts dieser Aufgabe ist diese Übereinkunft aber eine politische Schandtat – schlechthin.

faz.net/nordrhein-westfalen-schulpolitische-nachkriegszeit-26-7-2011

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