Weniger Retter der Massen, als der des Kapitals

Dass ich diesen Beitrag nun das 2. Mal posten muss, zeigt auch wie scheinheilig und vordergründig die redaktionelle Kritik ist. Nämlich, wenn sie sich nämlich messen lassen muss, an einer Kritik, die über die an der Person hinaus geht.

Weniger Retter der Massen, als der des Kapitals
In der Tat sind Mikrokredite nicht das, was sie versprechen. Ganz im Gegenteil: Die Berichte über Selbstmorde von zumeist Frauen, die die Kreditrückzahlungen nicht mehr bedienen können, geben ein beredtes Zeugnis. Die Armut ist Teil des kapitalistischen Kalküls. Ohne Armut kein Reichtum. Doch wird augenaufschlagend so getan, als könnte sich der Reichtum irgendwann auch als Segnung für die Armen erweisen. Mit dieser Gründungslegende verschafft sich das Kapital nun schon seit Jahrhunderten billigen Kredit bei den Massen. Und jetzt, wo die Globalisierung erneut der Menschheit mehr Glück als Elend versprechen soll – wider aller bisher gemachten Erfahrung, und auch besseres Wissen ignorierend -, zeigen sich die Mikrokredite als das, was sie wirklich sind: als Rettungsanker für ein so langsam dement werdendes Kapital. Ein solches, was seinen Reichtum, ungefährdet gar durch rebellierende Hungermassen, gerne in die noblen Alterssitze retten möchte. Die aktuelle Zunahme des Elends nun, dank auch der Spekulationen im Nahrungsmittelsektor – in Folge der Finanzkrise 2008 –, brachte das Kapital in arge Erklärungsnot. Yunus wird da wohl weniger als Retter der Massen, als der des Kapitals gesehen. Frau Clinton weiß das wohl zu schätzen.

faz.net/Muhammad Yunus: Der arme Bankier, 05.05.2011

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Ein Trackback

  • Von Das Establishment ist so rechts wie paranoid am 6. November 2013 um 11:54 Uhr veröffentlicht

    […] ist, beweist nicht zuletzt der amtierende Präsident. Und auch der letzte Demokrat, nämlich Bill Clinton, war mehr ein Liberaler als ein Linker. Ja selbst Kennedy war kein Linker. Zeigte sich doch in […]

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