Sieg der „Aristokraten“ über die Masse der Lohnarbeiter

Sieg der „Aristokraten“ über die Masse der Lohnarbeiter
Dieser Abschluss ist eines Bsirske würdig und er lässt schlimmes ahnen für die Tarifauseinandersetzungen bei Kommunen und Bund. Aktuellen Tabellen (z.B.: energiebilanz.org/html/Download/Exceltabelle zu den Energiepreissteigerungen) kann man entnehmen, dass alleine die durchschnittliche Inflationsrate bei den Energiekosten bei 6 % liegt. Da die Preisentwicklungen z.B. auch bei den Nahrungsmitteln hiervon abhängen, kann man von einer, die Massen betreffende und solchermaßen ungebrochenen Inflationsrate – ungerührt auch seit der Krise 2008 – von wenigstens 4 %, ausgehen. Für die Massen der Lohnarbeiter stellt somit jeder Abschluss unter 4 %, womit also auch die 3 %-Forderung schon blamiert wäre, blanker Lohnraub dar. Und solches wird von den Gewerkschaftsfunktionären, wie natürlich auch vom Beamtenbund, als „Sieg“ gefeiert. Sieg solcher „Aristokraten“ über die Masse der Lohnarbeiter. Denn wer sagt:„Was wir vereinbart haben, ist nicht nur sozial gerecht, sondern auch finanzierbar“(Frank Stöhr), hat dabei ausschließlich die Einkommen der auch im ÖD nur schmalen Oberschicht im Auge. Denn nur für diese mag die offizielle Preisentwicklungsstatistik maßgeblich sein.

Es geht um die gespürte nicht um die durchschnittliche/statistische Inflation
@Scheffler: Ich erkläre es gerne noch einmal und deutlicher. In den Spitzeneinkommen –z.B. im höheren Dienst – mag die Inflationsrate von derzeit 2,1 % (unterstellt, die ist nicht auch schon „getürkt“) durch niedrige Einkommenssteigerungen eher ausgeglichen sein, als in den niedrigeren Einkommen. Da das Ausgabenverhalten, je höher die Einkommensunterschiede, umso mehr auseinandergeht! Nehmen wir mal an (nur als Rechenbeispiel!), dass bei einem Einkommen von 2500 € (netto) 2000 € für Güter aufgewendet werden, die einer Teuerung von 4 % unterliegen – Energie, Lebensmittel, kurzlebige Haushaltsgüter – (die übrigen verteuern sich um die 2 %). Demgegenüber würde ein Haushalt, dem 6000 € zur Verfügung stehen, großzügig 4000 € für eben solche Güter ausgeben. (Vermögensanlagen unterschlage ich zugunsten des Rechenbeispiels!) Im ersten Fall stieg die Kostenbelastung um 80 € plus 10 € = 90 € = 3,6 %. (Ich hoffe, Sie können mir folgen, die Dreisätze rechne ich nicht vor.) Hingegen wären das bei 6000 € = 160 € plus 40 € = 200 € = 3,3 %. An diesem Rechenbeispiel können Sie erkennen, wie verschieden hohe Einkommen durch ein und dieselbe d u r c h s c h n i t t l i c h e Preisentwicklung unterschiedlich durch Inflation belastet sind.

Nur noch Seilschaften!
@Scheffler: Ich bin im ÖD. Und von einer höheren Verantwortung der höheren Dienstgrade sehe ich eigentlich nur die höhere Verantwortung für die eigene Karriere. Ich verrate Ihnen wahrscheinlich nichts Neues, wenn ich Ihnen sage, dass es dort im Kleinen so zugeht wie im Großen – im Bundestag, in den Landtagen, den Kommunen…Seilschaften überall! Gewerkschaften und Betriebs-/Personalräte werden systematisch korrumpiert – systemisch quasi (zum Beispiel durch Beförderungen an allen anderen vorbei, soweit sie sich loyal verhalten haben…). Was soll ich noch sagen? Die „höheren Dienstgrade“ dort exerzieren eine Art Paradox: Einerseits vertreten sie auch in Tarifbewegungen nicht selten die Arbeitgeberseite (besetzen aber alle wichtigen Gewerkschaft- und Personalratsfunktionen!), andererseits profitieren nur sie von dem mit dem Arbeitgeber ausgemauschelten Lohnraub, wie eben auch jetzt wieder. Die Zustände bei Ver.di ähneln gewissermaßen den „Einheitsgewerkschaften“ der ehemaligen DDR. So sind sie keine Kampforgane der Lohnarbeiter, sondern eine Plattform für Seilschaften, welche vom Klassenfeind gesteuert ist. Ich habe es Ihnen ja vorgerechnet. Die unteren und mittleren Einkommen erleiden einen größeren Schaden als die höheren Einkommen.

faz.net/Tarifeinigung im öffentlichen Dienst: Deutlich mehr Geld für die Angestellten der Länder, 11.03.2011

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  • Von Dieser Abschluss ist Lohnraub am 2. April 2012 um 20:57 Uhr veröffentlicht

    […] Abschluss ist Lohnraub Ich kann es nur wiederholen, denn ich habe es schon oft gesagt: Für untere und mittlere Einkommensschichten, also für die breite Masse der Lohnarbeiter […]

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