Es blamiert sich gerade der großbürgerliche Kosmopolitismus

Es blamiert sich gerade der großbürgerliche Kosmopolitismus
Volltreffer! Auch in sprachlicher Hinsicht. „Wahrlich, das Gegenteil von Vielfalt ist Einfalt.“ Besser kann man es nicht formulieren. Vermutlich in keiner Sprache. Dennoch: Eine Kleinigkeit stört mich. Eigentlich ist es nur ein Wort: „Kosmopolitismus“! Obwohl als Fremdwort im deutschen längst zuhause, liegt es dem Deutschen so schwer im Magen, wie mir als Nichtpfälzer ein „Saumagen“. Da ist mir der verschrobene „Humanismus“ der alten bürgerlichen Welt doch noch lieber, als das, was uns heute als „Weltbürgertum“, die deutsche Übersetzung, angeboten wird. Im Humanismus ging es noch um eine gewissermaßen anthropologisch zu verstehende menschliche Identität. Eine Schönfärbung, ganz gewiss, im Angesicht des damals gerade einsetzenden Kolonialismus. Dennoch: die politische (Welt-)Identität ist im Kapitalismus ganz aktuell vom transnationalen Kapital überformt. Und wie dieses die politische Welt, speziell in deren nationalstaatlichen (kleinbürgerlichen) Formen/Souveränitäten, außer Kraft setzt, so blamieren die supranationalen Unternehmen, die sich da mit mafiaähnlichen Clans verschmelzen, den großbürgerlichen Kosmopolitismus. Ich bin optimistisch, dass im Sog der arabischen Revolutionen neue Formen der internationalen Verbrüderung der Völker der Welt entstehen.

faz.net/Islamkritiker-Debatte: Man wird doch mal hetzen dürfen, 10.03.2011

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