Die arabische Jugend kann nur gewinnen, wenn auch nicht so leicht, wie erhofft

Die arabische Jugend kann nur gewinnen, wenn auch nicht so leicht, wie erhofft
Ein militärischer Eingriff des Westens würde vielleicht Gaddafi stürzen helfen. Dennoch: die arabische Revolution insgesamt wäre besser beraten, von solchen „Freundschaftsdiensten“ Abstand zu nehmen. Im Kontext des weltweiten Ringens um das arabische Öl ist der Westen, sind die Ölempfängerstaaten der „Hauptfeind“. Schon gar nicht aber – ein verlässlicher Verbündeter. Die Freiheit, die dort erkämpft werden will, richtet sich vor allem auch gegen die Abhängigkeit vom Ölgeschäft. Der Westen weiß das, und dementsprechend indifferent verhält er sich. Letztlich will er weiterhin das Öl. Wer gibt ihm die Garantie, dass revolutionäre arabische Völker ihm die begehrte Ware liefern? Und wenn ja: zu welchen Bedingungen? Die Freiheit nicht nur in Libyen wird somit viel Blut erfordern. Das Blut der Völker. Und vielleicht ist das nur ein schwacher Trost: aber eine unterdrückte Revolution hat manchmal mehr Kraft – in ihrer Resonanz innerhalb des Kessels – als eine zu schnell gewonnene. Die arabische Jugend kann nur gewinnen, wenn auch nicht so leicht, wie erhofft.


faz.net/Aufstand in Libyen: Kälteeinbruch, 17.03.2011

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