„Buße für Fehler, die m a n gemacht hat“

„Buße für Fehler, die m a n gemacht hat“
„Hosianna“, was in der jüdisch-aramäischen Wurzel so viel wie „hilf uns“ bedeutete, wurde mit Jesus Einzug nach Jerusalem zu einem „heil dir“, „gelobt sei dir“. Einen vergleichbaren Deutungswechsel könnte man auch im Zusammenhang mit der Guttenbergaffäre erkennen, nur in umgekehrter Richtung. Anfänglich mag es noch geheißen haben: „Heil dir“, großer Herr! Nun wird man wohl beten: „Hilf uns, oh Herr! Wie auch immer. Guttenbergs Buße-Versprechen mag vielleicht ehrlicher gemeint sein, als die seehoferschen Solidaritätsbekundungen vom Aschermittwoch („Drei Ave Maria auf den Entdokterten“), dennoch ganz überzeugt scheint er immer noch nicht. Wo er da stammelt: „Buße für Fehler, die m a n gemacht hat.“ Man? Will er so Gott beeindrucken, oder die Kritiker besänftigen? Wenn Gott semantisch nachsichtiger ist als die Kritiker, dann mag er damit durchgehen. Vor Gott. Ansonsten merkt man(n) (wie vermutlich auch frau), dass er immer noch der Alte ist. Er druckst rum und spottet dabei jeder Beschreibung.

faz.net/Großer Zapfenstreich zum Abschied: Guttenberg will „Zeit der Buße“ einlegen, 10.03.2011

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