Die Europa-AG

Dass die FAZ ausgerechnet diesen Beitrag nicht senden will, spricht Bände. Zeigt es doch, wie nahe ich vermutlich hier an der Wahrheit bin. Die herrschende Klasse fühlt sich durchschaut! Oder ist es die Anspielung auf den eigentlichen Grund für eines Herrhausens Ermordung? Hat nicht Ackermann selber eingestanden, dass er vermutlich schon tot wäre, wenn er Herrhausens Schuldenmoratorium fortzusetzen versucht hätte? Ich zitiere aus barth-engelbart (letztmalig entnommen 12.12.2010): „„Ich glaube, es wäre mir genauso gegangen wie Herrn Herrhausen“, antwortete Josef Ackermann auf Maybrit Illners Frage, warum er nicht für einen Schuldenerlaß bei zahlungsunfähigen Ländern plädiert habe.““
Starte einen 2. Versuch.
Nachtrag

Die Europa-AG
Doch scheint Europa wie eine Aktiengesellschaft verwaltet zu sein. Frankreich und Deutschland entsenden den Vorstand, wobei das wirtschaftlich nicht zu unterschätzende Holland immer am (Finanz-)Händchen ist. Der „Stille Teilhaber“ Schweiz ist nicht zuletzt auch durch Ackermann selbst vertreten. Ein Bankentriumvirat, z.B. aus Goldman-Sachs, Deutsche Bank und Credit-Suisse („Schiebung: Von Goldman-Sachs abwärts“) regiert den Aufsichtsrat. Wollte man den Euro beerdigen, müssten sich diese Akteure zerstritten haben. Und die Frage darf gestellt werden: welcher europäischer Konkurrent wollte dies schaffen? Immer noch geht es bei dieser Frage um das Verhältnis des Finanzdreiecks der westlichen Hemisphäre London-Frankfurt-New York. Herrhausen wollte die Londoner Investmentbanken mithilfe einer massigen Artillerie einnehmen. Die Wertberichtigungen und das Schuldenmoratorium für die 3. Welt sollten ihm die strategischen Haupt- und Hilfstruppen liefern. Das kostete ihm die Freundschaft der USA – und das Leben. Ackermann, galant wie er ist, heuert bei dem US-Giganten Goldman-Sachs an, dient sich in dessen Kavallerie hoch und erhält die Credit-Suisse als Hilfstruppe. So soll es ihm gelingen, mithilfe der von Goldman genutzten Finanzkrise, die Londoner Konkurrenz matt zu setzen.

Der Albtraum der deutschen Bourgeoisie
Ein wenig erstaunt bin ich doch über die Naivität der Konservativen. Frei nach Lenin, ist die EU unmöglich bzw. ein reaktionäres Unterfangen. Doch das Bündnis zwischen Goldman-Sachs und Ackermann steht für ihre einzige, wenn auch besonders reaktionäre Möglichkeit, sehr zum Ärger der Briten auch, die dadurch ihre Sonderstellung verlieren. Eine solche EU ohne den Euro wäre daher denkbar, doch unnötig. Denn geht es doch darum, nicht nur die (Menschen-)Materialreserven, sondern eben auch die Finanz- wie Devisenreserven Europas zu bündeln und irreversibel dem Dollar unterzuordnen. Der Euro ist eine Reserveeinheit des Dollars, nicht dessen Konkurrent. Solches ginge auch mit einer DM, doch nicht so bequem? Und eine solche – wie gesagt – Dollarunterwährung kann solange „leben“ wie der Dollar selber. Der Binnenmarkt Deutschlands spielt hierbei sowenig eine eigenständige Rolle, wie Nationalstaaten oder auch nationale Proletarierklassen überhaupt. Die Verarmung der europäischen Massen betrifft aus US-Perspektive nur die Hilfstruppen. Europäische nationalkonservative Werte werden dabei völlig obsolet. Und auf einem solchen Schlachtfeld ihrem nationalen Klassengegner (alleine) gegenüber zu stehen, das wäre der Albtraum der deutschen Bourgeoisie.

faz.net/Eurokrise: Kommt bald die D-Mark zu uns zurück?, 11.12.2010

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4 Trackbacks

  • Von Wie weit man gehen kann am 10. Februar 2011 um 19:42 Uhr veröffentlicht

    […] ungeklärten Mord an Herrhausen vergessen hat. Dass Ackermann sich am Ende nicht lange zierte – bei Maybrit -, diesen Mord, wenn auch nur indirekt, doch der Konkurrenz anzulasten (und eben nicht der RAF – […]

  • Von „Arabien“, will heißen: der Klassenkampf hat die Herrschenden hier eingeholt am 26. Februar 2011 um 17:14 Uhr veröffentlicht

    […] Herr Ackermann – nach einer kurzen Pause: Weil es mir dann vermutlich genauso gegangen wäre, wie Herrn Herrhausen . Ich warte immer noch auf den bundesdeutschen Staatsanwalt, der aufgrund dieser Aussage, die ja […]

  • Von Wofür steht Guttenberg? am 3. Dezember 2011 um 19:13 Uhr veröffentlicht

    […] nur ein Sarrazin nähme das nicht so genau. Die deutschen Konservativen testen im Angesicht der Eurokrise aus, wie weit sie nach rechts gehen können, ohne sich vor einer internationalen Öffentlichkeit […]

  • Von Warnung oder Inszenierung am 8. Dezember 2011 um 18:32 Uhr veröffentlicht

    […] keine Hinweise gibt). Nach Ackermanns merkwürdigem „Geständnis“ bei Maybrit Illner (vgl.: „Die Europa-AG“), gibt es allerdings gar keinen Grund mehr, nicht anzunehmen, dass Herrhausens Mörder in dessen […]

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