Frisches Blut in einen sklerotisierten Körper

Frisches Blut in einen sklerotisierten Körper – Teil 1
Vielleicht verstehe ich ja nicht so viel von dieser Materie, wie ich mir wünschte, nur will mir der „gesunde Menschenverstand“ nicht durchgehen lassen, wie man mit billig-jungem Geld erlahmtes Kapital auf die Sprünge helfen will. Es scheint mir doch eher so, dass eben ein solch lahmes Kapital, Realkapital, wie ich noch draufsetzen möchte, dadurch zustande gekommen ist, dass sich eben Geld an jeder Ecke anbot. Nur wollte eine greise Realwirtschaft dem Profitbegehren nicht mehr folgen. Also wettete man auf sterbende Kunden dort, wie gegen deren ermatteten Devisen, in der Hoffnung, sich in solch Zombieverkehr nicht all zu schnell zu verderben. Doch mehr als nur faules Spielgeld war von dort nicht zu holen. Und auch dieses setzte man nun auf dieses verdorbene Glück. Die Gewinne flossen, solange die Realwirtschaft nur nicht den falschen Schein preis gab, sich als aller Friedhof offenbarte. Die Realwirtschaft aller „Realwirtschaften“, die Mehrwertproduktion, befindet sich schon lange in ihrer weltweiten Krise. Die abstrakte Arbeit will zunehmend obsolet werden. Und woher die Profite nehmen, wenn nicht stehlen? Geld stinkt nicht, heißt es doch!

Frisches Blut in einen sklerotisierten Körper – Teil 2
Wofür macht man schließlich all diese Kriege in Nah-, wie in Fernost, im Norden Afrikas wie im Süden Amerikas? Solchermaßen verknappte Güter wie Erdöl mögen an der Börse ja wohlfeil gehandelt sein, doch wenn die Karossen da nicht mitlaufen? Weil der Konsument lahmt! Nun schiebt man jungfräulich frisches Geld dem Lendenlahmen immer wieder unter, doch noch auf eine frohe Botschaft hoffend. Selbst GM will wieder an der Börse gehandelt sein! Doch wo bleibt die Realwirtschaft, die immer junge, die, die noch mannhaft wäre? Mehrwert abwürfe? Unter den Autos alter Greise, kommt die Welt nicht in neuen Schwung, will Geld partout sich nicht befruchten. Anzunehmen ist, dass dieselben Banken, die da frisches Blut in einen sklerotisierten Körper pressen, am Ende dieses wieder absaugen, so sauber wie verabreicht, vielleicht doch nur ein wenig dann „riechend“. Nach Greise müffelnd.

Die gesellschaftliche Produktion im Widerspruch zur privaten Form der Produktion
@Hayes: Die Wirtschaft folgt nicht den Gesetzen, selbst wenn diese von ihnen gemacht sind, sondern die Gesetze der Wirtschaft. Gemeint sind natürlich die staatlichen Gesetze, nicht die der Ökonomie. Denn diese werden entweder erst gar nicht verstanden, oder wissentlich ignoriert, oder im eigenen Interesse solange missbraucht, bis es zum eigenen Vorteil reicht. Das ist der ganze Horizont bzgl. der Befolgung von Gesetzen im Kapitalismus. Auch diese Gesetze, die Sie uns da so kapitalstreu wie wacker-brav vorlesen, sind nur zwecks Täuschung der Massen da, oder Beleg für eine Selbsttäuschung. Was nützt uns ein Antimonopolgesetz, wenn die Monopole die ganze wirtschaftliche Realität darstellen, ein Antikartellgesetz, wenn z.B. die mächtigsten Kartelle, wie die Energiewirtschaft tun und lassen können, was sie wollen. Dem Kapitalismus selber war von Anfang an die Tendenz zur Monopolbildung inhärent. Sie schreitet fort, in dem Maße wie das Kapital sich organisch höher organisiert, je weniger Lohnarbeit einer großen Kapitalmasse entgegensteht, wie niedriger die Profitrate bei gleichbleibender, bzw. steigender Profit-, bzw. Mehrwertmasse ist. Letztlich drückt sich darin auch die Grundtendenz zur Vergesellschaftung der Produktion aus, im Widerspruch zur privaten Aneignung.

faz.net/Irische Banken: Im Teufelskreis des Misstrauens, 18.11.2010

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  • Von Wie das Vieh sich an das verseuchte Futter gewöhnen am 5. Januar 2011 um 19:50 Uhr veröffentlicht

    […] Landwirtschaft, die sich als die Vorhut der Kapitalwirtschaft dort versteht. Somit längst vom Kapitalprofit lebt und nicht mehr nur die Grundrente verzehrt. Also wird man so weiter machen wie bisher. In der […]

  • Von Permanentes Krisenmanagement am 30. Januar 2011 um 13:00 Uhr veröffentlicht

    […] Kapitals und zugleich welche zwischen Kapital und Arbeit. Somit ist die Politik des Kapitals ein permanentes Krisenmanagement, getrieben von dem „tendenziellen Fall der Profitrate“ und den zu beschäftigenden […]

  • Von Drei ganz Große und doch kleine Fische am 13. April 2011 um 14:07 Uhr veröffentlicht

    […] kleinen Fische gemessen am Öl/Gas- wie Kraftstoffkartell, wie am Stromkartell, und natürlich am Kartell der Banken. Oder bezweifelt hier jemand, dass die Großbanken ein Kartell darstellen? Das […]

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