Die Ahnung des Kapitals

Die Ahnung des Kapitals
Vielleicht würde ein Stefan Zweig ein Europa von heute so sehr wieder erkennen, dass er einsähe, dass Selbstmord nur eine Form des allgegenwärtigen „Wahns“ (vgl.: „Gangsterhafter Widerstand in einer „Gangsterwirtschaft“ zu „Die Wirtschaft der Wahnsinnigen“) wäre. Und bzgl. eines Brasiliens Ölhype, da halte ich es für sehr abenteuerlich, diesen auch noch als „Zukunft“ missverstehen zu wollen. Es ist bestenfalls der Eintritt in eine nicht mehr ganz so prekäre Gegenwart. Die Zukunft liegt jenseits von einer Energiewirtschaft wie dieser. Es scheint aber, dass das Kapital in eine solche nicht mehr einzutreten wagt, denn sucht sie doch ihre „Gegenwart“ nur zu strecken. Kann es sein, dass ihm schwant, dass die Befreiung der Arbeit auch mit der Befreiung von ihrer Energiewirtschaft zusammenfällt, einer die die Nutzung fossiler Brennstoffe bis an die äußersten Grenzen der Zumutbarkeit für Mensch und Natur getrieben hat? Es wäre gar ein seltener Treppenwitz, wollte man darin eines Lenins späte Bestätigung sehen, nämlich bzgl. dessen, was Kommunismus sei. Man muss es nur so umformulieren: “Kommunismus – das ist Sowjetmacht plus der Befreiung von der Ausbeutung durch die kapitalistische Energiewirtschaft auf der ganzen Welt“ (vgl. Lenin: „UNSERE AUSSEN- UND INNENPOLITISCHE LAGE UND DIE AUFGABEN DER PARTEI; Rede auf der Moskauer Gouvernementskonferenz der KPR (B), 21. November 1920, LW, Bd. 31, S. 414, „Kommunismus ist Sowjetmacht plus Elektrifizierung des ganzen Landes“).


faz.net/Brasilien: Dilma Roussef, die Nachfolgerin, 02.11,2010

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  • Von Die gemeinsame Wurzel von Ökonomismus und Terrorismus am 11. Januar 2011 um 10:18 Uhr veröffentlicht

    […] zusammen mit dem EX-RAF-Mitglied Inge Viett den Lippenbekenntnissen einer Frau Lötzsch zum „Kommunismus“ Beifall zollt. Aber erheblich bezeichnender finde ich, wie da eine Frau Viett, eben offenbar auch […]

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