Scheinheilige „Abrechnung“ wie sich steigernde politische Verkommenheit

Scheinheilige „Abrechnung“ wie sich steigernde politische Verkommenheit
Was für eine scheinheilige „Abrechnung“. Der Demagoge soll gefeuert werden, die Demagogie in gute Politik verwandelt. Dass ist also das wahre Problem, mit diesem Herrn, aus großbürgerlicher Sicht. Über die kleinbürgerliche Sicht, versteht sie doch so wenig von der Raffinesse der Politik wie von den wahren Abgründen in den hehren Wissenschaften, desto mehr aber von Mobbing, darf einstweilen gelästert werden; und sie darf missbraucht werden. Dass das aber genau das Öl in das Feuer des kleinbürgerlichen Mob ist, denn fürchten sie längst auch um ihr Bauernopfer, ist durchschaut, wenn auch nicht von diesem Mob selber (vgl. den hervorragenden Leserbeitrag: „Armer Büßer Sarrazin“). Den Missbrauch hingegen spüren sie, wenn auch nicht immer den ganzen Sinn. So wächst ihr Hass auf das System in dem Maße, wie das System ihr Feuer schürt. Hin und wieder gießt man ein bisschen geschmeidiges Öl drauf – auf das Feuer -, zum Besänftigen vorgeblich, doch eher zum Befeuern. Einen Steppenbrand soll es (vorerst) nicht werden, keinen unkontrollierten jedenfalls. Dass sich politische Verkommenheit auch noch steigern lässt, scheint nur aus semantischer Sicht ein Unding.

„Die sieben Töchter Evas“
@Stoer: Dass es verschiedene menschliche Rassen gibt, wird sehr wohl bestritten. Man spricht heute, im posthumanistischen Zeitalter, von e i n e r menschlichen Rasse, alle Menschen tragen in sich ein und dasselbe Gen. Die Unterschiede finden innerhalb dieser Gemeinsamkeit statt. So führt zum Beispiel der Humangenetiker und Publizist Adam Sykes alle heute lebenden Menschen, schwarz wie weiß, rot wie gelb, blass wie dunkel auf sieben Frauen zurück („Die sieben Töchter Evas“). Darüber kann man streiten, aber nicht darüber, ob es darunter noch verschiedene Rassen gibt. Wer letzteres heute noch behauptet, bewegt sich innerhalb rassistischen, nämlich überholten, Gedankenguts.

faz.net/Kommentar:Entfremdet von der Politik, 30.08.2010

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