In der Semantik des „automatischen Subjekts“

In der Semantik des „automatischen Subjekts“
Die nicht mehr zu überbietende und solchermaßen offenkundige Unfähigkeit einer stramm „bürgerlichen Regierung“ es nicht besser machen zu können als eben jene Koalition mit dem „Klassenfeind“, sprich: der als sozialistisch geschmähten Sozialdemokratie, ist dem konservativen Klientel ein Dorn im Auge. Also beschimpft man die Regierung Merkel als „sozialdemokratisch“ und die „Sozialisten“ (die Sozialdemokraten) als nicht ernst zu nehmende Wichtigtuer. Fern jeglicher Verteidigungsabsichten gegenüber der Sozialdemokratie, möchte ich doch festhalten: flacher geht es nicht. Und so bemerken diese Kandidaten nicht einmal, dass ihre Statements jenes Versagen erst komplettieren. Ein Versagen, das mit Sozialdemokratismus nichts zu tun hat, aber mit Sozialismus mehr als diesen konservativen Unkenrufern selbst geheuer sein dürfte. Das Kapital ist am Ende mit seinem eigenen Latein, also bemüht es die Semantik seiner Gegner, wohl wissend, dass diese sich, ob ihrer eigenen Schwäche, dagegen nicht wehren können. Und doch ist die Benutzung dieser Semantik ein Zeichen dafür, dass der Sozialismus noch nicht geschlagen ist. Die Semantik belegt nämlich, dass die bürgerliche Politik sich selbst so fremd ist, wie ein proletarisches (noch) „automatisches Subjekt“ (Marx).

faz.net/Umfrage: Sympathien für Wulff – Blamage für Merkel, 02.07.2010

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  • Von Es war da mal ein Sozialismus… am 12. Juli 2010 um 11:48 Uhr veröffentlicht

    […] Grinsen abzugewöhnen suchte. Von Brecht ist hier die Rede. Auch er war ein Kritiker eines solchen Sozialismus, eines jenen, der den Proletarier nicht zu befreien suchte, sondern zu konservieren. Nichts was da […]

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