Die Kontingenz der Paläste

Die Kontingenz der Paläste
Man kann es auch so sehen: als Kulturbrache wird es wohl das angemessene Äquivalent für die andere große Brache sein – die Sozialbrache. Die Konservativen, man mag von ihnen halten was man will, haben sich wenigstens einen gewissen Instinkt erhalten, so scheint es wenigstens, nämlich den, dass sie ahnen, was sie den Massen zumuten. Wenn ich nun aber gegen die „Luftschlösser“ der einen bin, bin ich noch lange nicht für die Brachlandschaften (so wenig wie für ihre „blühenden“) der anderen, aber ich bin für Kontingenz: was zusammen fällt, soll zusammen sein. Auch wenn ich mir im Klaren darüber bin, dass der Konservativen Motive in diesem Falle vermutlich nicht die meinigen sind. Übersetzt man konservativ mit katholisch und preußisch mit protestantisch (und unter Umständen auch mit „sozialdemokratisch“ – die Adjektive ließen sich aber auch beliebig vertauschen, so ist das nicht), dann wird vielleicht klar, warum die Konservativen dieses Schloss nicht lieben. Kontingent wäre aber, auf diesen monarchischen Palast deshalb zu verzichten, da der „Palast der Republik“ auch längst Geschichte ist.

faz.net/Berliner Schloss:Die Brache der Nation,08.06.2010

www.pdf24.org    Sende Artikel als PDF   
Dieser Beitrag wurde in Arbeit und Kapital veröffentlicht. Ein Lesezeichen auf das Permalink. setzen. Kommentieren oder einen Trackback hinterlassen: Trackback-URL.

Einen Kommentar hinterlassen

Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.