Verabschieden vom Mythos

Dass die FAZ-Redaktion diesen Beitrag nicht sendet, zeigt wie verkommen gerade die Wissenschaftsgemeinschaft ist, und wie sehr meine Kritik ins Schwarze trifft. Was die Einschätzung des Herrn Baecker angeht, teilen die übrigen Kommentatoren offensichtlich meine Ansicht. 2. Versuch:

Verabschieden vom Mythos
Das ist jetzt schon der 2. Versuch diesen Soziologen uns als Philosophen zu verkaufen (ein Sloterdijk ist doch wahrlich genug), lieber Herr Strobl. Von Lichtgeschwindigkeit in der Informationswelt sind wir noch weit entfernt, von Instantanität mal ganz zu schweigen. Man rätselt über mögliche instantane Beziehungen in der Molekularwelt, nur wäre das alles andere als Informationsaustausch, welcher bekanntlich nur mit maximal Lichtgeschwindigkeit (bei Photonen unter den Bedingungen des Vakuums) möglich ist. „Verschränkungen“ können als Instantane beschrieben werden, Dinge, die wir bisher noch nicht ausreichend verstanden haben, aber niemals das „Online-sein“. Dass „Facebook und andere Medien (…) kein Religionsersatz (sind)“, halte ich für eine mögliche und wünschenswerte Annahme, hingegen der Wunsch, dass die „Religion eine Antwort darauf finden muss“, für den typischen Agnostizismus in der bürgerlichen Wissenschaft. Die Wissenschaft sollte das leisten, sich verabschieden muss sie sich aber dabei von den Sphären der Geister, von den Göttern und Engeln, von den Mythen, die sie da ab und an selber orakelt. Lernen sollte sie, dass moderne, sprich: „intersubjektive“ (Husserl) Kommunikation vor allem theologische Theorien obsolet machen.

faz.net/Mediale Überforderung:Der Mensch wird neu formatiert, 31. 05.2010

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2 Trackbacks

  • Von Die „einfache Wahrheit“ am 27. November 2012 um 23:55 Uhr veröffentlicht

    […] – mal Subjekt, mal Welle -mal Punkt, mal Energie -mal Materie, mal gekrümmter Raum – mal Verschränkung, mal Kapital -mal Lohnarbeit… Unter hinter all diesem und jenem der nicht enden wollende Wunsch […]

  • Von Die Rolle des politischen Bewusstseins nicht unterschätzen! am 27. Oktober 2013 um 14:40 Uhr veröffentlicht

    […] der Beobachtung. Es könnte auch sein, dass „verschränkte Teilchen“ beim Messversuch in ihrer „Instantanität“ gestört werden. Und somit ihre Eigenschaften bei einem solchen Versuch nicht erst erzeugt werden, […]

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