Nicht nur die Wahrheit wird geschändet

Nicht nur die Wahrheit wird geschändet
Schön formuliert, doch wo „Perversionen (…) von Einzelpersonen aus(gehen)“, wird die Perversion des Systems zu „folgenreichen Konkretismen“ positiviert. Aber vielleicht habe ich das auch missverstanden, was da schon gleich zu Anfang zu lesen war, nämlich, dass es hierbei doch nur um ein „entscheidendes Elitenerziehungs(problem) ginge. Ist doch selbst in der Fiktion eine Gleichheit nur möglich, wenn dies unter Gleichen geschieht. Und ist der Missbrauch – auch und gerade der unter den Zöglingen – nicht genau jenes Symptom für eine repressiv zu erhaltende Ungleichheit, auch und gerade (und besonders da) wo sich lauter Gleiche treffen? Denn will nicht jede neue Elite sich selber auch neu schaffen? Ich bleibe dabei, nämlich dass das Ritual der Gewalt, auch und gerade der sexuell konnotierten, Teil der Elitenbildung ist. Die Sache, die da so schön „verführen“ soll, ist dabei doch nur selber Schein, die Oberfläche, auf der der Wahnsinn seine perversen Spiele treibt. Der „Erkenntnisgewinn“ mag daher von unterschiedlicher Natur sein. Während dem einen die ganze Wahrheit, die des Machterhalts ist, bedeutet dem anderen eben genau solches die Wahrheit zu schänden. Aber es wird eben nicht nur die Wahrheit geschändet.

faz.net/Unterricht im Zeichen der Missbrauchsdebatte:Die Sache soll Schüler verführen, nicht die Person, 13.05.2010

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