Sklaverei, nicht mehr nur in Haiti

Sklaverei, nicht mehr nur in Haiti
Sklaverei ist in der Tat nicht mehr nur ein Problem von Ländern wie Haiti, denn auch bei uns gibt es die. Nur heißt das anders hier: 1-€-Job zum Beispiel, für nicht viel mehr als das sog. Existenzminimum arbeiten m ü s s e n. Daneben sind Stundenlöhne unterhalb der noch heiß umkämpften Mindestentlohnungen, also von 2,50 € bis na ja, sagen wir mal 7,50 € (ich will ja hier keine Debatte über die Höhe der Mindestlöhne provozieren), also alle Löhne, die garantiert nicht den Lebensunterhalt sichern, als Sklavenentlohnung zu bezeichnen, wobei man eigentlich unterstellen sollte, dass jene Sklaven, die da in der Antike als Haus-, und/oder Hofsklaven gehalten wurden, und wenigstens ernährt wurden, zumindest materiell betrachtet, besser dastanden. Ja, zu einem Niveau unterhalb der antiken Sklaverei, dahin sind wir zurück gekehrt. Und was den sexuellen Missbrauch anbelangt, dieser ergibt sich in aller Regel von selbst, in solch selbstverständlichen Sklaven- und Herrenbeziehungen. Wahrlich ein Erfolgsmodell, der Kapitalismus unserer Tage.

An gewisse m e i n e r Vorredner!
Nur um das klar zu stellen: Ich habe nicht Haiti, und das Elend dort, mit dem Elend hier verglichen, sondern den Begriff der Sklaverei auf den Punkt gebracht, auf einen, wie er auch bei uns wahrgenommen werden sollte, als moderne Sklaverei nämlich (auch in Haiti gibt’s diese, aber es gibt auch noch primitivere Formen davon, das eine schließt das andere nicht aus). Die Nummer, erst dann hier von Armut reden zu dürfen, wenn wir ein Armutsniveau wie in Haiti erreicht haben sollten, zieht nicht. Denn ich hoffe doch auch, dass es nie so weit kommt, will heißen, dass diese Gesellschaft solches nicht überleben würde.

Ein Protektorat, niemals wirklich frei
@Peters: Oh ja, Haiti war das erste Land in Amerika, das sich von der Sklaverei befreite. Das war eine beispiellose Heldentat, durchgesetzt in einer Welle von blutigen Aufständen. Und es wurde dafür bestraft, hart bestraft, von der ehemaligen Kolonialmacht und Hauptnutznießerin der Sklaverei dort – Frankreich! Es wurde von dieser ähnlich boykottiert, wie Kuba später von den USA. Die Verhältnisse dort sind somit mitnichten ein Ergebnis der Befreiung von der Sklaverei, sondern von der Unterdrückung eben jener. Im Übrigen ist Haiti danach ein Paradies nicht nur für die Päderasten aller Nationen geworden, sondern auch ein Tummelplatz international agierender Geheimdienste (was nicht selten ein und dasselbe war, ich beziehe mich hier auf den skandalösen Bericht einer „CIA-Sklavin“ unter „Mind-Control“, ich erwähnte es schon andernorts). Auch der CIA hat Haiti nie anders gesehen, als das was es faktisch war: ein Protektorat der USA. Diese Art von Sklaverei haben wir hier nicht, so wenig wie die einmalig skandalöse Armut dort, die eben die Sklaverei der Kolonialzeit faktisch über die Zeit gerettet hat. „Der Altmarxist“ hat diesbezüglich nichts zu widerrufen, nur gewisse scheinheilige, denn rein affirmative „Solidaritätsbekundungen“ nicht durchgehen zu lassen.

faz.net/„Kindersklaven“ in Haiti: Das große Leid der Kleinen, 27.01.2010

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3 Trackbacks

  • Von Die, die das System beherrschen am 5. Februar 2010 um 19:12 Uhr veröffentlicht

    […] Vorwürfe, gerade um die Jesuiten. Ich verweise hier erneut auf das skandalöse Treiben um das CIA-Projekt „Mind-Control“ (vgl. „Ein Protektorat, niemals wirklich frei“), in dem eben auch wieder Jesuiten verstrickt […]

  • Von Archimedisches Prinzip zur Verhinderung eines Weltenuntergangs am 1. April 2010 um 18:53 Uhr veröffentlicht

    […] beschreibt (er schrieb den Roman mitten im 2. Weltkrieg, welch makabre Prophetie!), scheint es in Haiti nun auszusehen. Ein irreversibler Zusammenbruch staatlicher Strukturen – vergleichbar mit Somalia […]

  • Von Der smarte Puff vor der Haustür am 16. Juli 2010 um 19:09 Uhr veröffentlicht

    […] nur eine anti-us-amerikanische. Zum Bündnis mit der Sowjetunion gezwungen, sonst wäre es wohl am ausgestreckten Arm der USA verhungert, musste es sich allerdings zu einem Sozialismus bekennen, der zu der Zeit in der […]

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