Ermattet vor dem Weihnachtsbaum

Ermattet vor dem Weihnachtsbaum
„Weder Kommerzialisierung noch die Zerstreuung der Familien, nicht staatliche Vereinnahmung und nicht einmal misslungene Predigten können die Kraft des Weihnachtsfestes brechen.“ Oder anders ausgedrückt: Es ist die stille Macht des Kapitals, die die Leute nach einem unbeschreiblichen Weihnachtseinkaufsstress (die ganze Konsumbranche hat sich da ein Jahr lang auf dieses Fest vorbereitet – und in dieser Krise ganz besonders), ermattet dann auch noch ob des üppigen Mahls, dann in Demut vor dem Weihnachtsbaum nieder kauern lässt.

Wie nahe dem Tod?
@Becker: Nicht meine Kinder hetzen mich, das bezog sich auf den Rummel, der stellenweise schon im August des Jahres beginnt, und ob meine Frau zu mir hält, bis zu meinem Tod? Ich weiß es nicht, wissen Sie es (schon)? Dann müssten Sie dem Tod aber schon sehr nahe sein.

„Der ganz normale Sozialist“
@Parson:“…und auch der ganz normale Sozialist in einem freien Land glaubt an Dinge, die der Vernunft widersprechen…“ Das ist eine interessante Wortschöpfung, dachte ich doch bisher, dass Sozialisten per se als nicht normal gelten. Und was ist denn bitte jene „Vernunft“, an die der Sozialist nicht glaubt?

Kirche, Religion und der anthropologische Atheismus
Wenn Marx anerkennt, dass „mit Feuerbach die Religionskritik abgeschlossen“ sei, und er doch findet, dass: „Feuerbach (nicht) sieht, daß das ‚religiöse Gemüt‘ selbst ein gesellschaftliches Produkt (ist)“ (Feuerbachthesen), streift er ein Problem, das die weitere, ihm dann folgende, sozialistische Bewegung offensichtlich überforderte. Die Religion ist Weltanschauung, die als solche erst obsolet sein wird, wenn dies alle Weltanschauungen sind. Und doch referiert er damit auf die Tatsache, dass Marxismus und Atheismus zwei Seiten einer Medaille sind, aber eben nicht identische. Denn der Atheismus unterliegt auch jeder ernsthaften wissenschaftlichen Betätigung, die spätestens mit Darwin von dort nicht mehr weg zu denken ist. Der Kampf gegen die Kirche – nicht gegen die Religion – ist allerdings nicht primär Ausdruck des sozialistischen Atheismus‘, sondern des sozialistischen Klassenkampfes. Die Institution Kirche ist Teil des Herrschaftsapparats des Kapitals und. Allerdings, da die Kirche sich nun mal der religiösen Weltanschauung bedient, ist es nicht leicht beide zu trennen. Und doch muss genau an dieser Aufgabe der Sozialismus wachsen, um nicht permanent auf jenen Feuerbachschen „anthropologischen Atheismus“ zurück zu fallen.

faz.net/Weihnachten: Was für ein Fest, 25.12. 09

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  • Von Der öffentliche Diskurs, nicht die Anklage, ist gefordert am 14. April 2010 um 21:04 Uhr veröffentlicht

    […] Anklage, ist gefordert Der Atheismus des Marxismus korreliert mit Religionsfreiheit genauso wie mit Kampf gegen die Religion. Wer das eine ohne das andere betreibt, betreibt das Geschäft der Bourgeoisie. Die Religion ist […]

  • Von Die gemeinsame Wurzel aller Theologie am 11. Januar 2011 um 21:55 Uhr veröffentlicht

    […] gemeinsame Wurzel aller Theologie Alle Religion ist per se „frauenfeindlich“. Die Religion überhaupt ist die theologische Antwort auf die […]

  • […] (bei Hegel „Erfahrung“/Phänomenologie des Geistes, bei Marx „gesellschaftliche Praxis“/Feuerbachthesen), erweitert nicht ein „geistiges Reich“ (Hegel), sondern den semantischen Irrgarten. Eine […]

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