Die Sloterdijk-Debatte aus marxistischer Sicht

Nachtrag: Per Zufall bin ich nun auf eine Kritik gestoßen, die so bemerkenswert wie geistreich ist. Die Streitschrift ist von Hans Ahlreip und nennt sich: Die Revolution der gebenden Hand Peter Sloterdijk „belehrt“ Marx eines Richtigeren (zuletzt entnommen: 14.10.2016; siehe auch: grin.com/profile/898984/magister-artium-heinz-ahlreip).
Sie deckt sich inhaltlich beinahe exakt mit meiner Kritik. Vor allem was die Wertung der Bezugnahme Sloterdijks auf Proudhon vs. Marx betrifft. Auch meine Kritik des Sloterdijk-Kritikers – Axel Honneth (vgl. Wohin treibt der Konflikt der bürgerlichen Klasse mit den „Schlechtergestellten“? – sehe ich darin bestens aufgehoben.

Die Sloterdijk-Debatte aus marxistischer Sicht
Leserartikel für die Zeit-Online, 08.11.09
Eine Zusammenstellung, die wohl speziell für „Die Zeit“-Leser verfasst wurde, aber auch für die Leser meines Blogs noch mal interessant sein könnte. Lässt sich doch womöglich so, nicht nur auch meine philosophische Haltung besser erkennen, sondern auch die Methodik des Kritik-Aufbaus, welche nicht zuletzt auch immer wieder auf meine „Philosophie des Patchworks“ referiert.

Da die Sloterdijk-Debatte auch und gerade hier in der „Die Zeit“ geführt wird, und ich mich aber ausschließlich bisher als Leser der FAZ dazu geäußert habe, möchte ich hiermit der werten Leserschaft der „Die Zeit“ die Gelegenheit geben, meinen Standpunkt, der sich in nahezu allen Punkten von den bisher vorliegenden Streitschriften unterscheidet – da er ein marxistischer ist -, kennen zu lernen. Ich sage ausdrücklich nicht „streng“ marxistischer ist, da eine solche Strenge in aller Regel als ideologisch einseitig missgedeutet wird. Und ich müsste sie beweisen, was nur in Form einer öffentlichen Debatte geleistet werden kann. Eine Debatte, die ich also hiermit, sozusagen begleitend zur offiziellen, anregen möchte.
In der Folge finden Sie alle wesentlichen Beiträge von mir, die ich als Leser- oder Blogzuschrift in der FAZ in letzter Zeit verfasst habe, und die ich so aufgebaut habe, dass sie sich einigermaßen auf einander beziehen, somit der Leser thematisch schlüssig mit meiner Position vertraut gemacht werden kann. Der Übersicht wegen habe ich auf den Nachweis des jeweiligen Bezugs, der jeweiligen Internetadresse verzichtet (bis auf die Blogbeiträge), verweise aber darauf, dass unter den jeweiligen Überschriften – die jeweils fett voran gestellt sind – meine Beiträge in der FAZ-Visitenkarte – Devin08/Herold Binsack, bzw. in den genannten FAZ-Blogs – zu finden sind, und damit auch der jeweils besprochene FAZ-Artikel, bzw. FAZ-Blog-Beitrag, oder eben in meinem Blog. In der jeweiligen Debatte von mir angesprochene Diskussionssteilnehmer habe ich bis auf den Anfangsbuchstaben in ihrem Namen herausgenommen. Ich gehe davon aus, dass damit auch die Persönlichkeitsrechte der genannten Personen gewahrt sind.

Vorausschauende Konterrevolution
(ungekürzt nur unter http://blog.herold-binsack.eu/?p=429 bzw. unter gleicher Überschrift gekürzt als FAZ-Leserzuschrift)

Es kommt wohl nicht von ungefähr, dass ein System, das unter römischer Herrschaft und mit dieser der Barbarei (so war das Reich der Römer der Übergang von der Oberstufe der Barbarei in die Zivilisation) entwuchs, nun im Angesicht einer neuen Barbarei, einer solchen, die die Klassengesellschaft zu verewigen sucht, wieder eingeführt werden soll. Sloterdijk macht seinem Ruf als Philosoph der Deutschen wieder mal zweifelhafte Ehre.
Die Auseinandersetzung mit diesem Philosophen ist unter der strikten Regie der FAZ-Redaktion und auch wegen der dortigen knappen Zeilen, leider nicht möglich, so erlaube ich mir daher mit einem Artikel von mir (den ich ungekürzt nur in meinem Blog untergebracht habe, s.a.:
„Wohin treibt der Konflikt der bürgerlichen Klasse mit den „Schlechtergestellten“?) auf den politischen Rahmen eben dieser Auseinandersetzung im philosophischen Bereich zu verweisen.
Es scheint mir doch kein Zufall, dass eben jener „Philosoph der Deutschen“ sich dieses Thema so annimmt. Nicht nur, dass die „Globalisierung“ um eine philosophische Deutung bereichert werden soll – ein an sich nicht wenig ehrenvolles Anliegen, nach seiner Heimkehr aus dem „Innenraum des Kapitals“ -, sondern auch, und so meine eigentliche Kritik, dass sich seit Proudhon in Deutschlands Philosophenstuben nur noch mehr Staub angesammelt hat (siehe: Der „elendige“ Zustand der Philosophie, und: blog.herold-binsack, und unten).
Das Subjekt ist nicht nur nicht in der Krise, wie so manche hoffnungsfroh bis fatalistisch verstimmt meinen (Robert Kurz), sondern ganz putzmunter am fabulieren. Statt des Steuerstaates, den Staat wollten „wir“, na ja, manche unter uns, schon mal ganz abgeschafft haben, sollen wir endlich zurück zu den Formen strenger Hierarchien, also solchen, wo das Einkommen, der gespendete Teil hiervon, unmittelbar über die gesellschaftliche Stellung entscheidet. Wenn das kein Fortschritt ist! In der Tat, wo Proudhon noch von Diebstahl faselte, da muss man nur den Vorschlag unterbreiten, einen Teil davon doch wieder spenden, und die soziale Gerechtigkeit ist wieder hergestellt – ganz im proudhonschen Sinne. (Macht das Mafia nicht auch so?)
Also doch, nicht Marx sollte recht behalten, sondern Proudhon, und das ist des Philosophen Botschaft. Eine wahrlich philosophische Leistung, durch den Gesindeeingang eines großbürgerlichen Gebäudes/Konzeptes, wird eine hinterhältige pseudosozialistische Dialektik eingeschmuggelt.
Die „Gesellschaft“ ist erst dann recht eigentlich evident, wenn sie aufgehört hat eine zu sein, das meinte Marx, in etwa, und das meinen wohl auch jene hausbackenen Philosophen. Nur sie meinen nicht die „Aufhebung der Gesellschaft“, sondern deren Barbarisierung, die ewige/unumkehrbare Rückkehr zur Ungleichheit, um da mal im nietzscheanischen Sprachgebrauch zu bleiben, Herrn Sloterdijk zuliebe. Sie meinen den Doppelsinn der Gesellschaft, jene nette Gesellschaft, die sich da anschickt, den einzigen „Fortschritt“ ihrer Gesellschaft, nämlich das Allgemeine zum Gesetz gemacht zu haben (bevor das Gesetz durch die Gesellschaft endgültig aufgehoben wird, da Gesellschaft und Gesetz zusammen obsolet geworden sind, so zumindest noch in Annahme des jungen Marx und in der Sprache der hegelschen Dialektik), doch noch rechtzeitig zu suspendieren, bevor sich das Genannte ergibt und damit sich eines Marx Hoffnung, wie eines Hegels Dialektik, eben nicht erfülle. Das ist die wahre proudhonsche Revolution – und das ist einem Sloterdijk würdig.
Denn das ist vorausschauende – quasi revolutionäre – Konterrevolution. Eine solche, wie sie offenbar nur die Deutschen aufbringen.

Der „elendige“ Zustand der deutschen Philosophie
Den hervorragenden Kritiken meiner Vorredner wäre noch hinzu zu fügen, dass bei der Umstellung von der „Enteignung auf die Spende“, allein die Tatsache, dass eigentlich nur der sog. Mittelstand (der Mittelstand, der sich seiner Steuerschuld nicht entziehen kann) im wesentlichen die Steuerlast schultert, eine definitive Blamage des bürgerlichen Staates mit sich bringen würde. Mal abgesehen davon, dass Herr Sloterdijk hier galant das Thema wechselt, müsste er vermutlich doch dann für sein Gehalt betteln gehen. Im Übrigen ist Proudhons „Diebstahlsphilosophie“ von den Sozialisten nicht antizipiert. Marxens antiproudhonsche Polemik gegen das „Elend der (deutschen) Philosophie“ scheint mir hingegen immer noch hochaktuell. So halte ich auch eines Herrn Prof. Honneth Gegenentwurf für nicht minder kritikwürdig. Ich verweise auf meine Beiträge unter: faz.net. Bewegt sich doch die deutsche Philosophie wohl noch immer in jenem proudhonschen „elenden“ Zustand. Meine Erläuterung, warum ich diesen für antisemitisch halte, wurde von der FAZ unverständlicherweise nicht freigeschaltet, wäre aber nachzulesen in meinem Blog (googeln! googeln!, gemeint ist: Wohin treibt der Konflikt der bürgerlichen Klasse mit den “Schlechtergestellten”?).

Wohin treibt der Konflikt der bürgerlichen Klasse mit den „Schlechtergestellten“?
(Siehe auch: Wie der Hase und der Igel)
Hier streiten zwei Moralphilosophen (Kantianer kontra Hegelianer, subjektiven gegen objektiven Idealisten) und ein dritter gesellt sich zwecks Beurteilung dazu („letzterer denkt auf eigene Rechnung…“). Worum geht es hier also? Um die Aufdeckung oder um die Verschleierung des Klassenkampfes, der Klassengesellschaft („Konflikt zwischen der ‘bürgerlichen Klasse’ und den Schlechtergestellten“)? Sloterdijk leugnet den grundsätzlich ausbeuterischen Charakter des bürgerlichen Staates, dessen Klassencharakter: es beute die Bürokratie die Bourgeoisie aus – ein frecher, wenn auch nicht sonderlich neuer Gedanke; der bürgerliche Intellektuelle fordert seinen „gerechten“ Anteil an der Ausbeutung ein. Honneth reduziert den Klassenkampf auf den moralischen Apell, stellt das Recht der Bourgeoisie auf Ausbeutung in Frage, denn es sei „raffendes“, ergo „erbendes“, zinsschneidendes Kapital. Auch dies ist nicht wirklich originell, zumal verdächtig nahe an antisemitischen Ressentiments. Sinn hat Recht mit seiner Kritik an einer solchen Kritik! Keiner stellt die Frage, wohin diese Gesellschaft treibt, zum Sozialismus oder in die Barbarei? Denn auch der hier bemühte Keynes verordnete nur Wohlstand durch Wachstum, aber wohin wächst die Gesellschaft?

Wie der Hase und der Igel
Das ist ja ein Ding, diesem Sloterdijk-Steuerbürgerkrieg jage ich hinterher, wie der arme Hase in der bekannten Fabel, kaum dass ich ihn wieder habe, ist er schon verschwunden – im kostenpflichtigen Archiv. Nun haben Sie ihn wieder ausgegraben. Danke. Ich bin Ihnen schon wieder was schuldig. Und da ich das diesem „Philosophen der Deutschen“ (klingt wie die Volksaktie der Deutschen), eben jenem Sloterdijk, nicht gönne – nicht die Einnahmen für seinen Beitrag in der FAZ, die gönne ich ihm, so wie die Steuer, die er vermutlich doch nicht zahlt, trotz allen Gejammers, nein, diese meine Kritik ständig verschwinden sehen zu müssen, zusammen mit seinen aphoristischen Weltbetrachtungen – , hier ist mein Leserbrief (siehe auch: Schuldner und Gläubiger) noch einmal, in der Hoffnung, dass er nun nicht mehr verschwindet, in irgendein Archiv.

Schuldner und Gläubiger, Kapital und Arbeit, Barrikaden und Scheiterhaufen
Hinter dem Gegensatz von Schuldnern und Gläubigern steckt weiterhin der Gegensatz zwischen Arbeit und Kapital, denn Schuldner wie Gläubiger zertifizieren sich gegenseitig, was ein anderer erarbeitet hat, wenn sie nicht gar ganz deckungsgleich mit Arbeit und Kapital sind. Und dass ein Philosoph wie Sloterdijk zu solch einer Tiefenbetrachtung der Dinge nicht mehr durchzusteigen wagt, hängt wohl damit zusammen, dass sein Hauptfeind als Intellektueller nur noch das Finanzamt ist. Er hat wohl ganz vergessen, zwischen all seinen aphoristischen Betrachtungen der Welt, woher das Kapital herkommt, dass er da irgendwo in Aktien, Wertpapieren, oder sei es auch in Sachanlagen (verzinst) angelegt hat. Und es käme halt auch schlecht an, wenn er sich, als der „Philosoph Deutschlands“, neben gewissen deutschen, philosophisch sicherlich recht unbedarften, Fussballstars und noch harmloseren Musiksternchen, irgendwo in einem Steuerparadies ansiedeln würde. Also Ihr „Bürger“, geht auf die Barrikaden, aber bedenkt, dass diese dann auch als Scheiterhaufen für euch genutzt werden können. Und das geschieht regelmäßig dort, wo man das Volk in den Kampf gegen Chimären jagt. Deutschland hat da eine lange Geschichte zu.

Pseudo-revolutionär
@D…: Das war keine Drohung mit dem Scheiterhaufen, sondern eine Warnung davor, mit einer demagogischen Richtung in Deutschland eine pseudo-revolutionäre Bewegung initiieren zu wollen (das will er ja nicht wirklich, aber er spielt damit, was nicht weniger zählt!). Diesbezüglich hat Deutschland eine lange, eine schreckliche Tradition. Und es ist meines Erachtens schon Ausdruck dieser Demagogie, solche Beiträge, wie die meinigen, der Art missverstehen zu wollen. Ich werfe Sloterdijk nichts vor, was er nicht sein kann, sondern das, was er vorgibt zu sein. Die Philosophie ((Marx, und er selber hält sich für einen (Philosophen)) wird hier ins Geschäft eingebracht, das ist kein/das sollte kein rein aphoristischer Beitrag sein, dafür ist er zu programmatisch, und zumindest wäre es seriös, wenn man seine Gegner dann mit den wissenschaftlich üblichen Mitteln denunziert (Quellenangabe zum Beispiel). Ich habe es gesagt: die wohl meisten Leute, hier in den Foren und Blogs sind ganz sicherlich nicht meiner Meinung, sind keine Marxisten (es sind auch nicht wenige Intellektuelle drunter) und doch kann ich damit sehr gut leben.

„Es lässt sich offensichtlich nicht verhindern“
Das Kapital reaktiviert sozialdarwinistische Prinzipien immer dann, wenn seine darwinistischen obsolet zu sein scheinen. Die evolutive Seite, die Wachstumsgesellschaft, das Grundparadigma der Moderne, ist auch verankert in der modernen Politik, im Begriff von Demokratie und Gleichheit. Kein Wunder also, wenn hier ein „Antiwachstumswissenschaftler“ genau dieses Prinzip, das letztere, das der Gleichheit, aus dem Grundgesetz verbannt sehen möchte, nicht ahnend, dass damit auch das erstere verloren geht. Vor dem Kapital scheinen wir alle gleich. Gleich die Konsumenten, wie die abstrakte Arbeit, so wie jenes abstrakt Dingliche, dieser Entität, in der sich das Kapital immer wieder manifestiert: die Ware. Vor dieser nur sind wir gleich. Kippt die Gleichheit dort, verweigern wir der Ware ihren Tribut, zeigt sich, dass das nur begrenzt gilt, dann stürmt alles zum Appell, um den Marschbefehl (gen Westen) entgegen zu nehmen, in Richtung jener Kristallpalastisierung, die unser „deutscher Philosoph” Sloterdijk im „Innenraum des Kapitals“ ausgemacht haben möchte. Der Innenraum aber, ist der des Wertes, und schwups kommt der Sozialdarwinismus zum Vorschein, jener, der auch „Unwerte“ erkennt, denn „es lässt sich offensichtlich nicht verhindern“.

„Klug konfuser“ Sloterdijk
Es wäre wohl schön gewesen, um nicht zu sagen, eines wissenschaftlichen Ansatzes würdig (auch die Philosophie sollte wissenschaftlich arbeiten, wenn sie nicht zur Literatur verkommen will!), wenn der Philosoph wenigstens einen Quellenhinweis gegeben hätte, wo Marxens Werttheorie (am besten von ihm selbst) erledigt worden ist. So weiß das Publikum halt nur, dass der Gute auch nur im ideologischen Mainstream schwimmt. Das mag auch einer der Gründe dafür sein, warum er hier in der FAZ-Leserschaft so schlecht bei weg gekommen ist. Ich ziehe meinen Hut (ich trage wirklich Hut) vor diesem Publikum, das mit seinem einzigartigen Spürsinn auf des Philosophen Klumpfüße gestoßen ist. Nicht alle sind sie Marxisten, damit kann ich leben – als Marxist -, aber nicht mit dieser philosophisch gewendeten Großschnäuzigkeit eines jenen, der nur das nachplappert, was andere vor ihm schon erheblich besser konnten, und hinter dem überhaupt nichts steckt, außer eine gewisse Sprachbegabung. Die Deutschen „Massen“ (Masse ungefähr „Volk“) sind halt doch noch philosophischer als der Durchschnitt ihrer wissenschaftlichen, kulturellen und politischen Kader. Das zu erkennen, macht wett, dass ich so oft an ihrem Politikverständnis verzweifeln muss.

Welche Ungleichheit?
Philosophische Phrasen sollen den Kern verdecken, die „Notwendigkeit von Ungleichheit“, geradezu als moralische Gegeninstanz zu einer egalitären, vornehmlich dann wohl sozialistischen, Utopie, platzieren. Auch das ist nur ein semantischer Schlagabtausch. Es wird an der Sache, an der Politik, an der Wirklichkeit, vorbei geredet. So ist doch auch dieses Diktum eine Abstraktion. Die Wirklichkeit ist doch viel komplexer, eben konkreter. Von welcher Ungleichheit reden wir? Von der politischen? Von der ökonomischen? Von der sozialen? Von der bildungsbedingten? Oder reden wir gar von der Ungleichheit gleich in ganzen Klassen? Reden wir von einer Gesellschaft, in der nur eine Minderheit das Recht auf Leben, auf den “Freien Willen”, auf „Macht“, erhält? Weil die andere Gruppe, die Mehrheit womöglich, in völliger Ohnmacht und ohne Willen dahinvegetiert. Wer hat es zu verantworten, dass diese Masse ohne „Wille“ ist? Ist es nicht die Übermacht der anderen? Leider bewegt sich auch die Kritik jener Frankfurter Schule nur auf der Fläche der Erscheinungen, so lautete meine Kritik (siehe: “Vorausschauende Konterrevolution”, und “Der ‘elendige’ Zustand der deutschen Philosophie”), verteidigt sie doch nur die bürgerliche Wohlfahrtsstaatsphilosophie, anstatt diese zu demaskieren, als notwendige Bedingung für all jene Ungleichheit.

Kritik am Ganzen oder gar nicht
(Blogeintrag – Antike – Sloterdijk und das unbenannte Wohltätertum – FAZ)
Nicht jede Kapitalismuskritik ist eine. Auch die Nazis haben von der Macht und der Gier des Geldkapitals geschwafelt. Sie meinten damit aber ein sog. raffendes Kapital, das selbstredend jüdisch konnotiert sei, im Gegensatz zum „schaffenden Kapital“, das natürlich urdeutsch, sprich: arisch sei. Und ja, diese Art von Kapitalismuskritik ist antisemitisch. Und jede Anspielung auf die Unterscheidung eines raffenden zum schaffenden Kapital referiert auf diesen antisemitischen Kontext. Eine Kapitalismuskritik unterscheidet nicht, ob Kapital erwirtschaftet oder ererbt wurde, oder ob es sich in realer Produktion oder in der Zinswirtschaft reproduziert, denn alles gehört zusammen, ist Teil des Ganzen. Ein Kapital das erwirtschaftet wird und nicht vererbt, ist keines, kann sich nicht reproduzieren, nicht als Kapital jedenfalls, sowenig wie ein produzierendes Gewerbe ohne Geldwirtschaft expandieren könnte, und ein Kapital das nicht expandiert ist ebenso kein Kapital, es hätte nie die Chance Kapital zu werden, es bliebe bestenfalls eine Zeit lang zirkulierendes Geld. Investitionen amortisieren sich nicht umgehend und auch nicht unmittelbar. Es ist ein langer, komplexer und wechselvoller Prozess, der aus Geld Kapital macht, resp. aus Arbeit, Mehrwert und dann Kapital. Im Übrigen ist und bleibt das Kapital im objektiven Zustand abstrakt. Die Subjekte des Kapitals: der Kapitalist, der Arbeiter – das automatische Subjekt – sind nicht unmittelbar Agenten des Kapitals, sowenig wie sie untereinander einfach austauschbar sind. Nur als Kapitalistenklasse kann man von Kapital sprechen, und doch bleibt auch hierbei ein Rest an Abstraktion übrig (das Ganze ist mehr als die Summe ihrer Einzelteile), an nicht Unmittelbarkeit. In diesem Rest befindet sich das bisschen Unschuld der Klasse – auch das der Kapitalistenklasse -, an den Verhältnissen an denen sie (so) wunderbar profitiert. Hier ist der Käfig, wenn auch ein goldener, der sie umfasst, sie zum automatischen Subjekt macht, sowie die Klasse der Arbeiter. Auch diese Klasse ist nur als Klasse mehr als nur automatisches Subjekt, hat nur als Klasse einen Rest an Freiheit, an Möglichkeiten, an revolutionärer Potenz, was sie über ihre gegenwärtige Lage erhebt. Nur als Klasse, und nur im Kampf Klasse gegen Klasse, kann es ein revolutionäres Subjekt geben. Als Individuum ist der Arbeiter kein besseres Subjekt als der Kapitalist. Der Arme ist nicht apriori und per definitionem der bessere Mensch (vgl. W.S. Maugham, Silbermond und Kupfermünze), sowenig wie jede Kritik am Reichtum eine revolutionäre ist. Aber: nur die Arbeiterklasse ist an einer revolutionären Veränderung interessiert, an sie gebunden – perspektivisch jedenfalls -, das Kapital, die Kapitalistenklasse ist das selbstredend nicht. In diesem Punkt sind sie nicht austauschbar, nicht identisch, nicht frei! Gewissermaßen determiniert.
Subjektive Zuschreibungen von Teilen des Ganzen auf Einzelne, vermitteln eine falsche Kritik, eine verkürzte, in aller Regel reaktionäre, und – vor dem Hintergrund der Nazibarbarei – antisemitische. Kapitalismuskritik ist mehr als Kapitalistenschelte, sie ist Kapitalskritik, Kritik am Ganzen, am System, an der Marktwirtschaft, und niemals nur an der Zinswirtschaft, der Gier, dem Reichtum, auch nicht dem ererbten.
Das Kapital hatte sich schon überlebt als es das Licht der Welt erblickte, denn mit der Entstehung der Arbeit. Hier liegt die Perspektive, der zum Sozialismus oder zur Barbarei. Die Kapitalistenklasse versucht sich darüber hinaus zu retten, die Arbeiterklasse versucht sich als solche zu retten, was ihr den Status der Armut nur sichert, das verhindert den Sozialismus und schafft die Option der Barbarei, kommt der Kapitalistenklasse also entgegen.“

Leistung für den Hinterhof der philosophischen Diskurse
So belegten die „Steuern“, dass die „Leistungsträger“ in Marxens (Ricardos) These von der „Arbeit“, als einzige Quelle von Mehrwert, vernachlässigt seien. Nicht nur, dass da Sloterdijk unterschlägt, was Marx eigentlich wirklich gesagt hat – und worin er sich von Ricardo unterscheidet -, nämlich, dass es die private Form der Aneignung ist, die Wert und Mehrwert erst generieren (als rückwirkende Bedingung der Zirkulationssphäre für die Produktionssphäre) und damit auch jene Ware Arbeitskraft (die da Tauschwerte schafft), sondern eben auch, dass das darauf beruhende Verhältnis von Lohn, Preis und Profit jene Verhältnisse schafft, die wir dann – je nach Klassenstandpunkt – als gerecht oder ungerecht empfinden (können). So kommt es, dass da Steuern u. U. aus einem Reichtum (Einkommen und Vermögen) erbracht werden (müssen, oder auch nicht), welcher durch gewisse Titel – Eigentumstitel, oder auch Professorentitel -, resp. dem Privileg auf Teilhabe an dieser Ausbeutung – und eben nicht einer mehrwertgenerierenden Arbeitsleistung – erworben wurde. Was uns so nebenbei nicht nur vorführt, wie die „Arbeitserbringer“ die Verlierer sind, sondern auch, dass unser Hofphilosoph auf verlorenem Posten steht, wenn er für den Hinterhof der philosophischen Diskurse agiert.

Genie und Tratschtante
(Blogeintrag – Stützen der Gesellschaft – FAZ, siehe auch den Blogeintrag: Eine Dialektik von konservativ und revolutionär)
@Don A…: „Gerade Sloterdijks – meines Erachtens – sagenhaft ignoranter Beitrag, der so tut, als wäre der Staat ein schwarzes Loch für Geld und keine Umverteilungsmaschine, die den Reichen in den letzten 25 Jahren Traumzuwächse beschert hat, ist ein prima Beispiel für die Nebelkerzen, die da geworfen werden. (Mal abgesehen davon, dass man aus jeder Zeile merkt, dass er wenig mit Reichen zu tun hat)“
Gut erkannt, und ich nehme an, Sie wissen auch, dass Sloterdijk genau jener Nebelkerzenwerfer ist!? Nur in einem irren Sie: er hat mit Reichen zu tun, nur nicht von Angesicht zu Angesicht, oder gar als Mitglied ihrer Loge, nein, als ihr Hofnarr. In früheren Zeiten war er Bhagwan-Priester, nun spielt er selbst den Guru. Das ist die Kunst, rechtzeitig begriffen zu haben, wann man genug gelernt hat, um sich nun selber seine Schüler zu suchen. Darin steckt sein „Genie“, das muss man ihm lassen.
Selbst auf Heidegger will er mittlerweile pfeifen, obwohl jede bessere Zeile eine Kopie von ihm ist, auch mit Hölderlin schmückt er sich, obwohl er vermutlich kein Wort von ihm verstanden hat. Hölderlin war kein Blender, er hingegen ist es. Hölderlin hätte nie über einen Gegner /einen Konkurrenten schlecht geredet, wenn er nicht das Zeugs gehabt (oder nicht die Notwendigkeit gesehen) hätte, dies nur mit besten Argumenten und höchstpersönlich zu tun. Goethe war so ein ganz Großer, das wusste Hölderlin, und obwohl er es nie überwunden hat, dass er ihn so kalt hat stehen lassen, damals bei Schiller, hat er nie ein Wort über ihn gesagt, denn er wusste, dass Goethe der Bessere, auf jeden Fall aber der Wichtigere war. Allerdings nicht überall, nicht dort, wo Hölderlin für Goethe unerreichbar blieb. Die Menschen, das einfache Volk, eines das zu großen Taten bereit war/bereit sein sollte, ihren Göttern gleich gemacht zu haben, das war Hölderlins Genie, ein Goethe verstand es nur, den Literaten zu vergöttlichen, und darin blieb er gewöhnlich. Ein großer Philosoph – und Hölderlin war natürlich auch ein Philosoph -, spürt die Anwesenheit eines Ebenbürtigen und nimmt das schweigend zur Kenntnis, wenn Schweigen besser ist. Der wahre Dichter schweigt, sagte Hölderlin, und damit auch meinte er sich selbst in Bezug eben auf diesen Goethe, und er begriff, dass eines Goethes Schweigen hingegen Schwäche war, eine, eines Hölderlin nicht wirklich abträglich, aber eines Goethe unwürdig.
Und da kommt diese Tratschtante und lästert den toten Marx ab, und dass das ohne Stil ist, nicht einfach nur Schwäche, das erkannt zu haben, das spricht für die Leser der FAZ, selbst wenn sie deshalb noch lange keine Marxisten sind/nicht sein müssen.

Heine und Hölderlin
Das ist wirklich gut, und dem habe ich beinahe nichts mehr hinzuzufügen, außer, dass Heine dem „göttlichen“ Hölderlin wohl näher war, als jeder andere deutsche Poet. Mit einem Unterschied vielleicht: Bei Heine waren die Götter irdischer Natur, bei Hölderlin waren die Irdischen göttlicher Natur.
Und vielleicht auch dies noch: So wenig wie ein Sloterdijk sich auf Hölderlin berufen kann, darf ein Bohrer dies mit Heine.

Nachschlag: Die Not mit der Notwendigkeit
Ein Heine konnte unterscheiden zwischen Not und Notwendigkeit, hatte er doch seine liebe Not mit der Notwendigkeit. Die Streitgespräche zwischen Marx und Heine drehten sich eigentlich immer nur darum. Und doch, wer möchte dem Poeten darin widersprechen? Wer liebt schon die Notwendigkeit, wenn die Freiheit den idealeren Wert erheischt? Und welcher Dichter liebt nicht die Freiheit, und sei es die zur Dichtung? Doch Heine wusste auch um den Zusammenhang zwischen einer Notwendigkeit in der Freiheit, und der Freiheit in der Notwendigkeit. Und er wusste vor allem, dass eine Freiheit bar jeder Notwendigkeit nur dem philisterhaften Bourgeois (dem bourgeoisen Ideologen) angedient ist. Und natürlich fürchtete er, dass angesichts dieser Lage und der notwendig fehlenden Einsicht des Bourgeois, des Ideologen, die Notwendigkeit die Freiheit erschlägt. Seine Kritik am Kommunismus war daher mehr eine am Kapitalismus, einem jenen, der die radikalste aller bisherigen Revolutionen zur puren Notwendigkeit werden lässt, und damit die Freiheit – auch und gerade derer, die sie als notwendig betrachten, für das notwendig Gewordene -, auf lange Zeit begräbt.

„Stadt der Verdammten“
@S…: Dazu passt noch „Stadt der Verdammten“, Jack Londons Londoner East End-Epos. Und wenn wir schon dabei sind – Friedrich Engels: Die Lage der arbeitenden Klasse in England. Wir sollten uns recht bald im Klaren darüber werden, dass es genau solche Verhältnisse sein werden, auf die wir mit Riesenschritten zumarschieren. Inmitten Sloterdijks Kristallpalast-Affirmation.

Antworten auf Debattenbeiträge:

3. Elitäres Philistertum
Das verspricht eine spannendere Debatte zu werden als in der FAZ, bzw. in der redaktionellen ZEIT. Und danke, für die nette Begrüßung. Ich habe mich von der Zeit nicht verabschiedet, aber die FAZ hat auch ihren Reiz. Es geht dort betont kühler zu, im negativen wie im positiven. Ein wenig abgefahrener sind dort gewisse Blogs – Don Alphonsos „Stützen der Gesellschaft“, zum Beispiel. DIE ZEIT hat ein liberaleres Publikum, manchmal aber auch ein reaktionäres, beides gehört wohl zusammen, ich erwähnte es früher schon einmal. Um mit stramm Konservativen zu streiten, soweit das nicht nur Ideologie ist – siehe unten, meine Ausführungen – muss man halt zur FAZ.
Sloterdijk als rein konservativ zu bezeichnen, wäre hingegen auch nach meiner Meinung nicht ganz richtig, allerdings die Tatsache, dass er sich als Sozialdemokrat versteht, beweist schon mal gar nichts. Wenn man hier überhaupt eine Traditionslinie ziehen möchte, dann doch eher die, die sich auch auf Nietzsche oder Heidegger zurück führen ließe. Bunt schillernd, mal altliberal, mal neoliberal, mal konservativ, natürlich auch sozialdemokratisch, auf jeden Fall aber oberflächlich, subjektivistisch, streckenweise idealistisch – im Sinne des deutschen Idealismus, tendenziell reaktionär, sich revolutionär gebärdend, Stichwort: Proudhon, ich erwähnte es -, auf jeden Fall aber genial-faul, wie all jene, die meinen, sie könnten mit Aphorismen die Welt erklären, zumal sie sich in dieser so gut eingerichtet haben.
Der deutsche Idealismus scheint mir immer noch hoch aktiv, und den finde ich wahrlich nicht nur bei Sloterdijk. Wie reaktionär dieser im Übrigen ist, kann man dann bei einem gewissen Herrn Sarrazin nachvollziehen, den Sloterdijk ja so toll findet, was im Übrigen viel zu derer beiden Sozialdemokratismus aussagt. Ein Idealismus, der jederzeit umschlagen kann in aggressiven Rassismus. Nun ja, man verteidigt schon seinen privilegierten Platz im „Innenraum des Kapitals“, nicht wahr, Herr Sloterdijk?
Aus meiner Sicht sind gewisse politische Zuordnungen aus der Frühzeit des Kapitals obsolet, was nicht nur auf den Konservativismus zuträfe. Aus der Perspektive eines Marxisten ist die Verteidigung des Kapitalismus nur noch im konservativen Sinne möglich. Der Streit dreht sich eigentlich nur noch darum, wie man die in immer kürzeren Abständen auftretenden wirtschaftlichen und dann auch politischen Krisen (und nun auch ideologischen) kurzfristig überwindet. Daher auch dieser inflationäre Gebrauch jenes Unwortes „nachhaltig“. Nachhaltig ist in diesem System überhaupt nichts mehr. Alles wird vermarktet, alle Ressourcen hierfür geplündert, alles verpfändet, die Zukunft der Jugend inklusive, und das in immer kürzeren Zeitabständen.
In der Beziehung zwischen Kapital und Arbeit geht es hauptsächlich darum, die (sozialen und ökologischen) Kosten dieses Prozesses auf die Massen abzuwälzen, natürlich auch immer auf die Konkurrenz, was dem ja keinen Abbruch tut, damit überhaupt noch Gewinne realisiert werden – Maximalgewinne. Dass hierfür auch der sog. Mittelstand bluten muss, gehört zur Ironie des Geschehens.
Das Kapital frisst sich selber auf (Autokannibalismus – Robert Kurz). Die bezahlten Theoretiker des Kapitals, die schmale Schicht der wissenschaftlichen Intelligenz, reflektieren das natürlich besonders sensibel. Sind sie doch sicherlich eine extrem gefährdete Schicht. Wer braucht noch Intellektuelle, wenn die positive Wissenschaft sich selber erledigt. Techniker sind sie, Handwerker, Handwerkler u. U. gar, aber Wissenschaftler? Die Krise der Wissenschaft hat längst begonnen, genau genommen schon nach Einstein. Jenseits des Positivismus lauert der Obskurantismus. Wir erleben es gerade. Der Geist falle entweder vom Himmel, wie man da ganz im Gegensatz zu eines v. Ditfurths Diktum erklärt („Der Geist fiel nicht vom Himmel“, so sein berühmtes und solchermaßen wohl letztes dialektisch-materialistisches Buch aus der modernen Wissenschaft), oder aber, er sei ein Automat. Aber unfähig zu einer revolutionären Erkenntnis, auch dahingehend, wie Materie und Geist zusammenstehen – und damit auch ein diesbezügliches Verhältnis ihrerseits zum Kapital -, versinken sie immer tiefer im Treibsand des Marktgeschehens, imaginieren einen Wert ihrer Arbeit, statt den „Wert“ zu extrahieren. Ökonomisch betrachtet sind sie alle Marktidioten, Marktradikale, gewöhnliche Konsumenten, Stammtischphilosophen. Und die radikalste Ausdrucksweise scheint da durch ein Herrn Sloterdijk formuliert: weg mit der Steuerpflicht für die Leistungselite! – Damit wäre ein gewisses Fürstentum wohl auch erledigt, wahrlich, eines Bürgertums Radikalismus‘ durchaus würdig.
Und doch ist es eine unverhohlen freche Adaption gerade jener Privilegien, die sich offenbar in den Endstadien von Klassengesellschaften, über den Zeitpfeil des Geschehens hinweg, zu berühren suchen: Mäzenentum, dem Intellektuellen schon ein Begriff, statt Steuerbürger. Sie wollen einfach nicht behandelt werden wie der gemeine Einkommenssteuerpflichtige, jene erlauchten Herren.
Wie soll man so was nennen? Konservativ? , liberal?, doch wohl eher krude elitär! Ein wenig überspannt vielleicht auch, ihrer ständig nur geistigen Arbeit geschuldet – vielleicht.
Elitäres Denken scheint die modernste Ausdrucksweise des deutschen Philosophen, des deutschen Philisters überhaupt, zu sein. Genau genommen hat es da auch gar keinen Fortschritt gegeben. Vom Ende des Absolutismus bis zum Ende des Kapitalismus, der deutsche Philister bleibt sich treu.
So schicken sie ihre Kinder auf Privatschulen und jammern über die Steuerlast. Geht es ihnen wirklich um mehr als um die Absetzung dieser Lasten von der Steuer?
Der Sozialdemokratismus ist nur das Feigenblatt, das den feig-aggressiven Charakter einer solchen Philosophie zu tarnen – die Bürgerlichkeit zu kaschieren – sucht.
Lassen wir uns nicht blenden, fortschrittliches Denken ist nach wie vor nur jenseits aller Bürgerlichkeit möglich. Und merke: Die, die ob der Zugriffe des Staates auf ihre fetten Pfründe am stärksten jammern, sind per se konterrevolutionären Denkens verdächtig.
Stelle ihnen die Frage, wer ihnen diese fetten Pfründe erarbeitet hat und sie schimpfen wie die Rohrspatzen auf einen gewissen Philosophen, noch bevor sie überhaupt die Antwort gegeben hätten, denn der, der ihnen den diesbezüglichen Spaß so gründlich verdorben hat, der, der da von Mehrwert aus der Arbeit spricht – ein jener Karl Marx -, ist der Teufel und somit nicht tot zu kriegen. Das wäre dann auch die Antwort

5. „Links-Sein“ – heute
@j-ap: Ich danke Ihnen für Ihre Bemerkung. Ich warte nun gespannt auf das Ergebnis. Und entschuldigen Sie, dass ich jetzt erst antworte, aber ich hatte gar keine Erwiderung mehr erwartet.
Zu dem Thema „Links“ empfehle ich Ihnen auch meine Beiträge in der ‚FAZ‘, ganz besonders die im Blog „Stützen der Gesellschaft“ von Don Alphonso.
Habe gerade aktuell dazu was geschrieben, siehe auch: Abschottung aus Angst.
Mit freundlichen Grüßen

community.zeit.de/user/devin08/beitrag/2009/11/08/die-sloterdijkdebatte-aus-marxistischer-sicht

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  • Von Alles wider bester Absicht am 8. März 2011 um 00:25 Uhr veröffentlicht

    […] führe ich Sloterdijks ignorantes „Plagiat“ („Die Sloterdijk-Debatte aus marxistischer Sicht“) eines Proudhons „Diebstahls-Theorie“ – Eigentum ist Diebstahl – auf denselben […]

  • Von Kant und das Recht (des Siegers) am 22. März 2011 um 19:31 Uhr veröffentlicht

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