Des Kapitals einzig möglicher Fortschritt

Des Kapitals einzig möglicher Fortschritt
Soll man darüber lachen oder weinen? Ist das doch eine Entwicklungsmöglichkeit innerhalb einer Gesellschaft, die die Kindheit nie besonders respektiert hat. Unvergessen die diesbezügliche Literatur aus der Frühzeit der Moderne, wie zum Beispiel eines Charles Dickens, aber auch aus jüngerer Zeit – ich denke da an „Das Verschwinden der Kindheit“ von Neil Postman. Letzteres, zugegeben, ein konservatives Werk, ein amerikanisches eben, eines, dem man die puritanische Sozialisation seines Verfassers womöglich noch ansieht, wäre auch dem Fortschrittlichen kein Grund die Evidenz einer solchen Kritik zu bestreiten. Aber was ist fortschrittlich? Ich befürchte beinahe, und da gebe ich Frank Meisel recht, dass die „fortgeschrittenste“ Technik sich gerade nicht damit befasst. Kybernetische Intelligenz will man, braucht man, und zwar auf der Basis eines Stoffes, welcher geeignet wäre für die Eroberung des Alls, gar mittels Lichtgeschwindigkeit oder schneller. Und ich befürchte, dass bis dahin eine Kindheit längst obsolet geworden sein wird, war eine jene bis dato ehe nur ein Privileg. Und so absurd das auch klingt: Zuvor von ihm geschaffene Privilegien wieder abzuschaffen, scheint mir doch des Kapitals einzig möglicher Fortschritt.

faz.net/Serie „Die Zukunft des Kapitalismus“: Die Abschaffung der Kindheit, 04.11.09

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