Von „frühreifen Kandidaten“ und „niederen Rängen“

Von „frühreifen Kandidaten“ und „niederen Rängen“
Ziemlich spitz, um nicht zu sagen zynisch ((„Mit dem „fast track“ ging es los: Er katapultiert frühreife Kandidaten direkt vom Bachelor-Abschluss ins (vorzugsweise strukturierte) Promotionsprogramm und verweist damit alle Spätentwickler auf minderwertige Ränge und normale Karrieren, an deren Ende bestenfalls ein zweitklassiger Doktortitel stehen kann („Statuspromotion““)). Ist das der aktuelle Stil an unseren Universitäten, oder einfach nur der aufgewirbelte Staub von den gewendeten Talaren, die die 68er mit ihrem Muff doch endgültig aus ihrer 1000-jährigen Geschichte bannen wollten? Es dürfte kein leeres Versprechen sein – von wegen „mehr Ehre für die Leere – , wenn ich prognostiziere, dass es in Deutschland keinen gesellschaftlichen Fortschritt von Bestand (das Unwort „nachhaltig“ vermeide ich bewusst) geben wird, solange solche Sprüche die Lufthoheit über unsere Bildungssysteme – über Geist und Moral der zu bildenden Jugend – haben. Ich kann mich noch an einen Streik an der Oberschule – Anfang der 70er – erinnern, an dem ich auch führend teilnahm, wo wir derart forsche Sprücheklopfer unter den Lehrern eine Woche vor die Tür setzten, um unseren eigenen – demokratischen – Unterricht zu gestalten.

faz.net/Exzellenz und Hochschul-Marketing: Mehr Ehre für die Leere – Von Wolfgang Fach -, 21.10.09

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  • Von Wenn die Revolte dem literarischer Narzissmus schmeichelt am 21. Oktober 2010 um 18:24 Uhr veröffentlicht

    […] Richtungen. Das einzige was sie vielleicht einte, links von der CDU, war der Widerwille gegen die muffigen Talare ihrer Profs an den Unis, deren „Besser-Wissen“ allzu oft nur den Vorurteilen ihrer Klasse […]

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