Schäbige Gäste und stickige Luft

Schäbige Gäste und stickige Luft
Ich gehe seit einiger Zeit nur noch sehr ungern auf Messen, insbesondere auf diese Buchmesse. Von der Luft (und von der dort hin und wieder vorzufindenden Heuchelei) wird es mir regelmäßig schlecht, das Essen muss dann gar nicht mehr sein. So manche Gäste und insbesondere der dem Geschäft gewidmete Opportunismus der Veranstalter gehen mir sehr auf den Geist. Schon vor Jahren, als die Türkei Gast war, habe ich die Messe boykottiert, da ich der Meinung bin, dass ein Land, das wie die Türkei, die meisten seiner Schriftsteller entweder umgebracht oder im Knast hat, kein solches Gastrecht in Anspruch zu nehmen hat. Zu viele Bücher waren dort doch längst verbrannt oder auf schwarze Listen, so dass eigentlich nur noch islamische Literatur oder Kulturschinken (griechisch und römisch antiker, ergo: nichttürkischer Provenienz) vorgestellt werden konnten. Und mit China ist es eigentlich nicht anders. Was hätte die Welt wohl gesagt, wenn man die Bücher Nazideutschlands auf einer ausländischen Buchmesse vorgestellt hätte, damals, zumal dieses Deutschland dann auch noch als Gast? Nur dass ich einmal Jürgen Roth, auf so einer Messe begegnet bin, wird mir eine gute Erinnerung bleiben. So begnüge ich mich mit den Buchmessebeilagen der großen Zeitungen.

faz.net/blogs/diener/archive/2009/10/20/vom-ende-her-gesehen-ein-fazit

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