Krieg oder Bürgerkrieg?

Krieg oder Bürgerkrieg?
Ich bin ein wenig irritiert. Während die FAZ sich wieder in Proliberalismus übt – war sie es nicht, die während der ganzen Zeit der Großen Koalition, mit an vorderster Front für einen neuen deutschen Konservativismus, einen sozialdemokratisch geprägten, plädierte? -, begreift Thomas Strobl, dessen (eingestellten) Blog in der FAZ, ich sehr schätzte, endlich, die historische Leistung eines Hilferding. Nicht umsonst sollte ein gewisser Lenin sich genau jenes Hilferdings bedienen, um seine „Imperialismustheorie“ zu begründen, einer Theorie, in dessen Zentrum Krieg und Bürgerkrieg stehen. Geht nun die Rolle rückwärts – auf allen Gebieten? Natürlich nicht. Die Ironie in der FAZ ist so wenig zu überhören, wie die Schwäche der Kritik eines demokratisch (wenn nicht gar sozialistisch) inspirierten Liberalismus, wie ich ihn bei Strobl vermute. Alles ist obsolet: Der Liberalismus, einschließlich des sozialistisch inspirierten, der Konservativismus, einschließlich eines sozialdemokratisch gewendeten. Was vor uns liegt, kann man nur erahnen, wenn man einem Herrn Keitel glaubt, der da meinte, dass die Zeiten bürgerlicher Mehrheiten bald vorbei seien, und linke Mehrheiten anstünden (siehe Spiegel-Online). Drohen dann Krieg oder Bürgerkrieg?

Eine subtile Form der Tyrannis
@ Klier: Benennen Sie mir doch bitte die Stelle, wo Aristoteles die „Diktatur des Proletariats“ beschreibt. Unter Berufung auf die Macht des Pöbels, wird sich die Bourgeoisie zur Diktatur erheben, zur Alleinherrschaft – gegen den „Pöbel“, mit dem Pöbel. Ich beschreibe da etwas, was uns schon die Römer immer wieder vorgemacht haben (auch die Griechen nutzten diesen „Pöbel“, wenn sie eine Tyrannis installierten). Absurderweise war das dann aber niemals die „Macht des Pöbels“, aber immer die der einen oder anderen Fraktion der Aristokratie. Die Griechen opferten dem Pöbel auch mal einen Philosophen, zum Dank, und so zum Vergnügen – als Blitzableiter; und die Römer gaben Brot und Spiele, statt Freiheit und Wohlstand. Die moderne Demokratie verteilt ihre Wohltaten hingegen abstrakt. Abstrakter Wohlstand, abstrakte Demokratie, im Reich der abstrakten (Presse-)Freiheit. Und die Medien? – die sind die Herolde dieses abstrakten Reiches. Große Verleger sind Investoren, sind Finanzkapitalisten. Nach ihrer Pfeife wird getanzt. Und weil dem so ist, nennen Marxisten solche Demokratien Diktatur – abstrakte Diktatur. Einer solchen Macht folgt der moderne Citoyen wie der Hund den Tönen der Signalpfeife, nichts wissend, von dieser subtilen Form der Tyrannis.
faz.net/Staatsgeld für alle: Das Elend der FDP, 25.10.09

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