Mehr als das Kapital zu leisten vermag

Mehr als das Kapital zu leisten vermag
Es wird schlimm für die Massen. Für die, die jetzt schon hungern, das sind weltweit mindestens 1 Milliarde, und die, die jetzt dazu kommen. Es wird ein böses Erwachen für uns Wohlstandsbürger, die schon geglaubt haben, dass der Kapitalismus uns von der Klassengesellschaft befreit habe – wenigstens im Westen -, wo er nun diese Klassengesellschaft erst so richtig generiert. Eine wachsende Weltbevölkerung hat einen Anspruch auf eine wachsende Wirtschaft, die Frage war immer nur schon: wessen Ansprüche sind gemeint? Der Erdball ist überschwemmt mit Waren, die vielleicht niemand braucht, aber er ist unterversorgt mit Gütern für das alltägliche Leben. Ja gerade diese Güter – gesunde Nahrung und sauberes Wasser-, gehen uns in dem Maße verloren, wie dem Luxuszehntel die Dividende zu. Das Wachstum nun ganz generell zu verteufeln, soll diese Missstände, die Not und das weltweite Elend und die Unfähigkeit des Kapitals, dies zu beseitigen, beweihräuchern. Es ist böse, sich hinzustellen und zu sagen: früher ging es doch auch, wir lebten doch nicht schlechter. Vielleicht, aber früher wurden auch – relativ besehen – weniger Waren produziert, die niemand benötigte. Ein qualitatives Wachstum wäre schon mehr als notwendig, aber offensichtlich schon mehr als das Kapital zu leisten vermag.
faz.net/Im Gespräch: Meinhard Miegel: 2015 – das Jahr der finalen Krise, 03.06.09

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