Denn was ist schlecht daran?

Denn was ist schlecht daran?
Diese Reaktion ehrt den Betreffenden, aber sie zeigt, dass ein solcher Preis wohl obsolet ist. So obsolet wie jene Kritik, die in der „Gier“ den Systemfehler zu verorten sucht und nicht im System als Fehler die Gier. Somit fällt es den Delinquenten leicht, sich der wahren Kritik, der politischen, zu entziehen, einer Kritik, die sie dafür in Haftung nimmt, wofür sie nicht nur stellvertretend, sondern sehr material, ganz vorne stehen: für das Kapital. Nicht weil sie es vertreten – wer tut das nicht? -, sondern weil sie die Profiteure sind, und weil sie es nur aus diesem Grund vertreten. Es ist dies die Apologie einer Klassengesellschaft, die da am Pranger steht, nicht allein eine Klasse – wegen deren Klassenborniertheit gar (die wäre ja vielleicht noch zu rechtfertigen, Stichwort: Fetischismus). Es ist dies die Apologie jener Art, die Klassenborniertheit auch in der Form der Schuldzuweisung offenbart, und damit den Schuldigen in sich verbirgt. Die Schuldzuweisungen sind daher nicht weniger berechtigt, nur ist dies die Gesellschaft, die diejenigen schuldig macht (und dadurch sich), die die Aporien einer jenen Gesellschaft nicht nur penetrant ignorieren, sondern auch noch das Beste daraus zu machen suchen: gute/böse/schlechte Geschäfte. Denn was ist schlecht daran?

faz.net/„Verschlossene Auster“: Bankenverband trägt Spott mit Fassung, 07.06.09

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