Im ureigenen Interesse der Bourgeoisie

Im ureigenen Interesse der Bourgeoisie
30 % der Kinder zwischen 5 und 7 Jahren erhalten eine oder mehrere Formen von Frühförderung (Logopädie, Ergotherapie, etc.), und zwar, und das ist „der Witz“ daran, hauptsächlich aus bürgerlichen Schichten (Mittelschichten, Oberschicht), habe ich einer Fachzeitschrift entnommen. Aus der Sicht von Fachleuten stellt das den unmittelbarsten Beleg für den Zerfall der bürgerlichen Familie, sprich: der bürgerlichen Gesellschaft, dar. Die Reproduktion des Kapitals, auch aus dieser Perspektive, ist wohl ins Stocken geraten. Dass dann ausgerechnet die Armen, sprich Arbeitslosen: diese Reproduktion sicher stellen sollen, durch Kindergebären nämlich, ist dann wohl der nächste Witz daran. Und die aktuelle Krise wird daran wohl wenig ändern. Man kann es auch so sehen: Die Armen, die zur Arbeit nicht mehr Tauglichen, werden dann wenigstens ihr Scherflein leisten, für diese Gesellschaft, die ja nicht so richtig die Ihrige ist. Und wenn auch dies sie nicht aus der Armut befreit, wird es sie dort immerhin legitimieren – in der Armut. Relative oder absolute Armut – immerhin ein Unterschied und diese Investition offenbar wert. Wollen wir doch hoffen, dass dann wenigstens an der Bildung nicht mehr so sehr gespart wird, im ureigenen Interesse der Bourgeoisie, pardon: der bildungsnahen Schichten.
faz.net/Geburtenschwund: Wo kommen die Kinder her? – 12.04.09

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