Wir alle sind Prism_02

Wir alle sind Prism_02
Ein wirklich gutes Blog. Dem kann ich nur hinzufügen, was ich an anderer Stelle schon gepostet hatte:

Wir alle sind Prism
Handeln jetzt wie in alle Zukunft. Wir werden diese Entwicklung nicht verhindern, wenn wir die politisch-ökonomischen u n d ideologischen Kräfte, die an diesem Projekt beteiligt sind, nicht maximal isolieren. Dazu gehört zunächst, dass wir diese Kräfte als (herrschende) Klasse definieren. Es ist das Finanzkapital „höchstselbst“, welches da am Werk ist. Doch ist das Finanzkapital nicht einfach ein zu isolierendes (subjektives) Agentennetz und „Prism“ etwas, was man dann vom Markt nehmen könnte. Auf dem „Markt“ tritt es uns nicht nur entgegen als produktives Konstrukt aus einer bestimmten Wertschöpfungskette heraus, als eines vom Menschen geschaffenes Ding. Es ist die geistige Gestalt, welche den materialen Produzenten ersetzt. Das „abstrakte“ an der Arbeit, die weggeblendete gesellschaftliche Übereinkunft, zeigt sich in der Ware als Ideologie (bzgl. derselbigen). Als des Subjekts „notwendiges Phantasma“, wie Marx sich ausdrückte. Was gewissermaßen in jeder Ware als Geist mitzirkuliert. Wir alle sind Prism.

Auszuspähendes Objekt ob unseres Konsumentenseins
Im Sinne von „einer falschen Ideologie folgen“ wäre das nicht „verschleiernd“ zu verstehen. Ganz im Gegenteil! Wäre das Ausmaß nicht so über alle Maßen gigantisch, hätten sich wohl erheblich weniger darüber aufgeregt. So aber spüren die Leute offenbar schockartig, wie sie nicht nur theoretisch, sondern ganz praktisch davon betroffen sind. Ich erinnere mich noch gut an die Zeiten der ständigen Fahndungen nach „RAF-Terroristen“. Die ganze Nation schien mit im Fieber zu sein. Doch wenn man plötzlich selber in so eine Schleierfahndung gerät und in die Gewehrläufe der Polizei gucken darf, ohne dass man sich also irgendeines Verbrechens bewusst ist, was eine solche Maßnahme rechtfertigen würde, ist die Aufregung groß. Und wenn ein Herr Friedrichs „die Sicherheit“ als Grundrecht ins Gespräch zu bringen versucht, dann möchte er damit die „Freiheit des Kapitals“ „gesichert“ sehen? Die Freiheit des Eigentums, die Freiheit der Ausbeutung, die Freiheit des Handels…Er spekuliert hierbei auf das Bewusstsein des gewöhnlichen Konsumenten, der sich üblicherweise nicht in der Rolle des Objekts von Bespitzelungen sieht, dennoch sein Konsumsubjektsein gesichert sehen möchte. Und das ist der andere Ausdruck von „Eigentum sichern“.

Yogeswhar brachte es (vermutlich unbewusst) auf den Punkt: Entweder potentielle Bedrohung oder Konsument.
Der diesbezüglichen Dialektik dürfte er sich dabei nicht bewusst gewesen sein.
Auszuspähendes Objekt o b unseres Konsumentenseins nämlich, müsste es heißen. Um es ganz provokativ auf den Punkt zu bringen: Wer den Kapitalismus für „alternativlos“ hält, hat es verdient vom NSA überwacht zu werden.

Das Eine geht zunehmend nicht mehr ohne das Andere.

blogs.faz.net/deus/2013/07/18/aus-der-konspirologischen-komfortzone

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