Die Ironie des Kapitals und der Wert der Ware Arbeitskraft

Die Ironie des Kapitals und der Wert der Ware Arbeitskraft
Ganz offensichtlich verstehen Sie die Ironie des Kapitals nicht, nämlich, dass dieses mit dem Sozialismus schwanger geht (vgl.: „Ein Zombie nach dem anderen“). Wenn Sie formulieren würden, „dass a u c h der Bürger nur noch für die einfache Reproduktion seines Lebens existiert„, könnte ich Ihnen bedingt (nämlich im Hinblick auf den Übergang zum Sozialismus) zustimmen. Im „Kapital Bd. I“ beschreibt allerdings Marx die „Verwandlung von Wert, resp. Preis der Arbeitskraft in Arbeitslohn“, und fragt dort als erstes: „Was ist der Wert einer Ware?“ Worauf er die Antwort gibt: „Gegenständliche Form der in ihrer Produktion verausgabten gesellschaftlichen Arbeit.“ (S. 557) Solange die Arbeitskraft Ware ist, solange gilt das. So sollte man aber „Sozialismus“ u.a. daran erkennen, dass die Arbeitskraft aufgehört hat, Ware zu sein. Was Sie hingegen bedrückt, ist wohl der Umstand, dass das herrschende Finanzkapital, die Schulden, die es dem Staat aufgezwungen hat, dem privaten Vermögen gegenrechnet.

Das Trauma von ewiger Ohnmacht
Werter Herr Müller, vermutlich werde ich Ihr einfaches Weltbild nicht erschüttern, darin liegt ja der Sinn einfacher Weltbilder, nämlich, dass sie unerschütterlich sind. Nur kommen Sie an die Grenzen Ihres Denkens (zumal Sie philosophische Betrachtungen explizit ausschließen). Mit dieser Sicht sind Sie sicherlich nicht allein, doch bleiben Sie einsam ob der Optionen – der nämlich fehlenden. Wenn alle Formen kapitalistischer Herrschaft mit denen des Sozialismus zusammenfallen, ja wo der Sozialismus geradezu deren Metaphertierung wäre, wo läge da die Hoffnung, die Vision gar? Wenn Sie nur den Zipfel der Wahrheit erfassen, nämlich, dass bürgerliche Herrschaft zu ihrer Pervertierung tendiert, verschließen Sie sich jeglicher (befreiender) Erkenntnis ob deren Ende. Und ein anderes Ende von Klassengesellschaft als die klassenlose kann die Geschichte nicht mehr hervorbringen. Es sei denn zum Preis deren weiteren Barbarisierung, was aber nicht das Ende wäre, sondern das Trauma von ewiger Ohnmacht.

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