“The End”

“The End”
In der Tat: das sind keine Hungerrevolten im ökonomischen Sinne. Wo die Armut ausgegliedert, also nicht mehr Teil der offiziellen Gesellschaft ist, und diesbezüglich eben nicht nur einfach weggeblendet (bzw. durch Hartz-IV kaschiert), wie bei uns in Deutschland, kommen andere soziale Kategorien zur Erscheinung. Ja andere Gesetze. Gangstergesetze. Ein quasikriminelles Milieu erweckt den Eindruck, dass Armut, selbst wenn davon 30 % und mehr betroffen sein sollten, kein soziales Gewissen mehr beunruhigen muss. Es genügt das „Polizeigewissen“. Und ob genau dieser Tatsache sind diese Aufstände eine Kriegserklärung an eine solchermaßen „Gewissenlosigkeit“ jener Staatsmacht eben, wie auch bigotten Zivilgesellschaft, die das als Horrorspektakel a la Jack the Ripper zu konsumieren gedenkt. Die Kriminalisierten wehren sich nicht nur mit den ihnen zugeschriebenen Methoden, sie wenden diese bewusst an. Wenn solche Krawalle mehr an die Szenen in dem Gangsterfilm The End als an die Beschreibungen der „Lage der Arbeitende Klasse“ durch einen Friedrich Engels im 19., bzw. eines Jack London im beginnenden 20. Jahrhundert („Die Menschen des Abgrunds“) erinnern wollen, dann fällt die Verantwortung dafür auf diese Gesellschaft zurück.

faz.net/oekonomische-hintergruende-der-aufstand-der-verlierer-10-08-2011

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