Die Klasseninteressen bedingen die sprachlichen Codes/den semantischen Horizont

Auch diesen Beitrag poste ich jetzt das 2. Mal. Unglaublich aber wahr: selbst die philosophische Auseinandersetzung scheut dieses Blatt der klugen Köpfe, mit den klugen Köpfen.

Die Klasseninteressen bedingen die sprachlichen Codes/den semantischen Horizont
In der Tat erscheint mir hier eines Wittgensteins „semantische Philosophie“ als die Todesfalle. Und somit dieser Selbstmord als so dramatisch wie sinnlos, aber auch paradigmatisch. Mit Adorno wurde der „Marxismus“ in Deutschland sukzessive von seinen hegelschen Ursprüngen getrennt (und damit von einem Weltverständnis, das sich von „semantischen Grenzen“ nicht beeindrucken lässt). Seitdem herrscht in gewissen linken Schulen Nabelschau vor, nicht Weltbetrachtung, schon gar nicht Weltveränderung. Der Versuch, das kantsche „unerkennbare Ding an sich“ doch noch zu einem „erkennbaren Etwas“ werden zu lassen, ohne den „Umweg“ über das „Ding für sich/für es/für uns“ (bei Hegel „Erfahrung“/Phänomenologie des Geistes, bei Marx „gesellschaftliche Praxis“/Feuerbachthesen), erweitert nicht ein „geistiges Reich“ (Hegel), sondern den semantischen Irrgarten. Eine „gemeinsame Sprache“ finden zu wollen, ausgerechnet mit der Klasse, die mit Hilfe eben dieser Atompolitik die Welt zu beherrschen sucht, ist so unglaublich romantisch wie eben auch so fern jeder marxistischen Einsicht. „Die Vernunft“, soweit es eine solche gibt, oder nennen wir es besser: das „Weltverständnis“, ist fest eingebunden in die Klasseninteressen, die wiederum die sprachlichen Codes bedingen.

faz.net/Atomkraftgegner: Das schreckliche Feuerzeichen, 06.04.2011

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Ein Trackback

  • Von Dantes „schwarze Messe“ für die Herrschenden am 7. April 2011 um 19:15 Uhr veröffentlicht

    […] als die Kehrseite der „Vernunft“ Auch den folgenden Beitrag hat die FAZ nicht gesendet (vgl.: herold-binsack.eu). Und da der Appell an die Vernunft auch hier, trotz einer gewissen zur Schau getragenen […]

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