Die Falle der Konservativen – für die Konservativen

Die Falle der Konservativen – für die Konservativen
Die bürgerliche Regierung weiß ganz genau, dass die nicht minder bürgerlichen GRÜNEN in dieser Frage noch weniger zimperlich auftreten werden. So besehen fürchtet sie zumindest an dieser Stelle diese Konkurrenz nicht. Ganz im Gegenteil. In dem sie die Massen mit einem „Anti-Autofahrer-Programm“ provoziert wie nie zuvor, lädt sie, sicherlich nicht unbeabsichtigt, eine Menge Dreck auf eben genau diesen Konkurrenten ab. Verführerisch die Annahme, dass das ein raffiniert austariertes Programm ist. Darauf spekulierend, dass der Wähler, entsprechend eben dieser paradox erscheinen wollenden Wahlkampftaktik, letztlich dann die GRÜNEN abstraft. Eben als die „Erfinder“ einer solchen „Öko-Schweinerei“. So zumindest könnte der konservative Wähler reagieren, und genau auf diesen zielt nämlich diese Taktik. Eine Taktik, so raffiniert wie gefährlich. Untergräbt sie doch des bürgerlichen Subjekts Lieblingsidentifikation, nämlich die mit der mobilen/automobilen Gesellschaft. Am Ende wird Ramsauer, promotet durch den ADAC, als der Retter des so geplagten Autofahrervolks präsentiert. Eine Falle der Konservativen, für den konservativen Wähler wie für die Partei der GRÜNEN.

Bürgerliche Kunst im Zerfall
@Scheffler: Mag sein, dass sie einem bekennenden Konservativen – obwohl man das auch hinterfragen müsste, denn was ist konservativ, und vor allem: was ist schon bekennend? – in Bezug auf deren Habitus, aber auch in Bezug auf den offenbar von allen bürgerlichen Parteien praktizierten populistischen Sozialdemokratismus als geradezu „artfremd“ erscheinen müssen, all diese bürgerlichen Parteien. Dennoch ist all das bürgerlich, was auf den Erhalt der bürgerlichen Gesellschaft, und sei es auch nur in der Gestalt ihrer Karikatur, zielt. Und im Zeitalter des Niedergangs von Kapital und bürgerlicher (National-)Gesellschaft – und das meine ich jetzt wirklich nicht rein habituell, sondern substantiell, kann bürgerliche Politik nur dort bestehen, wo sie schneller als die jeweilige Konkurrenz den Massen den Puls fühlt. Bürgerliche Politik ist eine massengetriebene. Umfrageergebnisse vor den jeweiligen Wahlkämpfen bestimmen das Programm. Dass eine solche Politik per se demagogisch sein muss, liegt auf der Hand, wo doch das Diktat des Kapitals dabei nicht in Frage gestellt werden wird. Diese Kunst, nämlich das Kapital zu verteidigen und dabei so zu tun, als wolle man es abschaffen (letzteres ist wohlfeil, ob dessen offensichtlichen Zerfall), ist bürgerliche Kunst im Zerfall.

faz.net/Anstieg vor Ostern: Brüderle über Benzinpreise erzürnt, 18.04.2011

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