Ein teuflisches Päckchen
Am Ende werden die Vereinigten Staaten vor ihrem eigenen „Nürnberg“ stehen, nicht als Ankläger, als Angeklagte. Wenn Obama gedacht hat, das verhindern zu können, täuscht er sich. Es sind zu viele Menschen, in den USA wie weltweit, die wissen wollen, was hinter dieser Fassade, Cheney-Bush-Rumsfeld-Wolfowitz etc. wirklich steckt. Die Verbrechen, die jetzt aufgedeckt sind, reichten eigentlich aus um diese Personen schon mal in Gewahrsam zu nehmen. Nicht wegen der Fluchtgefahr, wo sollten Sie wirklich hin?, nein wegen der Staatsräson. Wenn Obama ob seiner Rücksichtnahme auf diese Republikaner davor zurück schreckt, wird er in deren Falle laufen, jene Falle, die seine Wahl eigentlich schon war. Denn sie haben ganze Sache gemacht. Alles was sie angefangen haben, muss man zu Ende bringen, oder man riskiert einen Aufstand. Es war genau genommen schon ein Staatsstreich, aber einer, der erst von der sie beerbenden Regierung durchzuführen sein wird – welch grandiose Intrige – , denn bei Strafe des Untergangs, nicht nur dieser Regierung. Ein teuflisches Päckchen, was da geschnürt ist: nicht zu gewinnende Kriege – weltweit, „Bürgerkrieg“ gegen das eigene Volk (Patriot Acts 1+2, CIA Beschnüffelung im Innern), CIA-Skandale, Wirtschaftskrise…
Antiamerikanisch?
@Peters: Lesen Sie meine Beiträge in der FAZ. Sie finden keinen einzigen antiamerikanischen. Das will heißen, keinen einzigen, der gegen das amerikanische Volk gerichtet ist. Dass ich aber die unzähligen Verbrechen der letzten Regierung als das bezeichne als das was sie sind – Verbrechen, und zwar durchaus in dem Maße, wie man gewöhnlich auch die Gewalttaten faschistischer Regimes bezeichnet -, wird Ihnen nicht gelingen zu beschönigen. Sie wissen sehr wohl, dass die Wähler bzgl. der Patriot Acts getäuscht wurden, Senat und Kongress manipuliert, und dass zum Beispiel Patriot Act 2 gehandhabt wurde wie ein Staatsgeheimnis. Bis zum Ende der Bush-Regierung war es in den USA schon kaum noch möglich so offen darüber zu reden, wie wir das jetzt hier tun, ohne einen Besuch durch das FBI zu provozieren. Patriot Act 2, obwohl offiziell nicht verabschiedet, war trotzdem schon Praxis, so wie die Tatsache, dass die CIA das amerikanische Volk beschnüffelt. Das ist übrigens nachzulesen bei Tim Weiner „CIA“. Ja, es gab in den USA Zustände, die auf einen Staatsstreich hindeuten, aber ich sagte ja, auf einen, den andere dann erst durchzuführen hätten. Ich kann nur hoffen, dass diese Pläne nicht Wirklichkeit werden, auch im Interesse der Leute, die mir in den USA nahestehen.
Lupenreine Demokraten
@Baumann: Was zum Teufel hat Al-Qaida damit zu tun, wenn diese Clique faschistische Folterobsessionen hat? Und ist es etwa kein Staatsstreich, wenn man die CIA anweist, das Recht zu brechen, das eigene Volk zu bespitzeln? Wo beginnt denn der Staatsstreich? Da, wo Militärs aufmarschieren? Vielleicht benötigt man diese heute gar nicht mehr? Es gibt genug Leute, die nichts mehr merken. Rechtfertigt jede Sache jedes Mittel? Mal abgesehen davon, dass man damit Strukturen wie Al-Qaida entgegen arbeitet. Nicht besseres für den Terrorismus dieser Leute, wie Abu Ghraib. Das hatte gesessen. Wir hier verteidigen so ganz nebenbei noch unsere demokratischen Rechte, auch wenn das für gewisse Terroristenjäger Sand ins Getriebe ist. Zum Beispiel Leuten, die behaupten, dass es von nun an keinen Unterschied mehr mache, ob wir in Kriegs- oder in Friedenszeiten leben. Das sind wohl alles „lupenreine Demokraten“! Sagen Sie mir doch einen treffenderen Ausdruck für diese „Nicht-Demokraten“. Soll ich die Vergleiche scheuen, nur weil die Nazi-Gräuel bisher unübertroffen waren? Sorry, aber die Semantik kommt da im Moment nicht ganz mit, bei dieser rasenden Geschwindigkeit. Apropos Geschwindigkeit: das zum Sturm Katrina, das ist geschenkt. Aber eines Bush dortiges Verhalten passt.
http://www.faz.net/Foltervorwürfe: Amerikanischer Justizminister erwägt Ermittlungen gegen CIA,12.07.09