Für ein Europa der Völker

Für ein Europa der Völker
Eine solche Kritik schmeichelt nur den Konservativen, jenen notorischen Nationalisten, die Europafeinde sind aus vordergründiger Ideologie. Eine revolutionäre Kritik kapriziert sich nicht ausschließlich um die Bürokratieschelte, auch wenn diese noch so berechtigt ist. Es gibt eine andere Perspektive, eine, die nur vom Volk ausgehen kann. Die Ironie gegen die „Volkskommissare“ geht nach hinten, wenn man den Begriff ausschließlich negativ besetzt (positiv, doch nicht weniger selbst-ironisch, stammt er gar von mir, vgl.: „Von den Bürokraten entlasten“). Für ein Europa der Völker gegen das der Bürokraten, Lobbyisten und „Spezialisten“! Ich halte es da ganz mit Ortega (Der Aufstand der Massen), der nur mit einem solchen Europa gegen die negativen Seiten der Massen entgegen getreten sieht. Die Entmündigung, ganz besonders in Deutschland, ist keine Erfindung der Bürokratie, sondern die Bürokratie eine der Entmündiger. Und die Privilegien der einen wollen da verteidigt sein, gegen die der anderen. Denn leider ist es eben auch so, dass diese Bürokratie die Strafe ist für einen politisch unmündig Gebliebenen. Ist denn eine gewählte deutsche Regierung wirklich so viel demokratischer als eben dieses solchermaßen nicht legitimierte „Volkskommissariat“?
faz.net/Europa-Polemik zum Sonning-Preis:Wehrt euch gegen die Bananenbürokratie!-Von Hans Magnus Enzensberger,03.02.2010

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