Dumme Arme sind hierfür ungeeignet
Wie in keiner Frage sonst wird in der Bildungspolitik ein harter „Klassenkampf“ ausgefochten, ein vorerst noch interner. Die FAZ legte da dieser Tage mit Ihrem Beitrag „Klassenkampf“ den Schreibefinger drauf. Die Konservativen suchen den Konflikt (eines Kochs Vorstoß noch kurz vor seinem Rücktritt spricht da Bände) nicht nur wegen des demografischen Lochs, in das da alle Parteien demnächst fallen werden, die die Bildung der Jungen dem Lebensstandard der Alten vorziehen, sondern auch, weil daran ein wichtiger Aspekt der Erhaltung der Klassenunterschiede geknüpft ist: an das größtmögliche Maß von Dummheit unter den breiten Massen. Die Liberalen dagegen scheinen begriffen zu haben, was ein Frank Schirrmacher ihnen ins Stammbuch geschrieben hat, nicht nur das mit dem Methusalemkomplott, das auch, nein, das mit dem Hirn, als dem zukünftig wichtigsten Rohstoff. Was machen mit einem Rohstoff, in dem nicht genug Hirn ist. Die Frage steht vor der ganzen Klasse der Bourgeoisie: Profittransfer in Richtung Großkapital, wie gehabt, oder Transfer gleich des ganzen Subjekts – in Richtung Verwertung eben des wichtigsten Rohstoffs. Dumme Arme sind hierfür ungeeignet.
faz.net/Nach von Beusts Rücktritt:Wie weiter in Hamburg?, 19.07.10