Die revolutionäre Wahrheit

Die revolutionäre Wahrheit
Und genau die funktioniert nämlich nicht – die „fortschreitende Machteroberung“. Rosa Luxemburg, im Prinzip eine revolutionäre Sozialistin, hatte da einen Weg vorgeschlagen, den selbst die Thälmannsche KPD, dann im Angesicht einer faschistischen Machtergreifung, noch zu gehen versuchte. Das kostete nicht nur Thälmann das Leben, sondern auch der Partei des Kommunismus selbst, und – und das ist das eigentlich tragische – letztlich dieser die revolutionäre Option. Den Faschismus durch die Wahl eines revolutionären Gegenkandidaten aufhalten zu wollen, das war schon mit dem linken Fuß mittendrin im bürgerlichen Parlamentarismus. Hitler war längst beschlossene Sache, die Wahl reine Propaganda, veranstaltet zum Massenbetrug. Mit Hindenburg einen Hitler legal an die Macht zu bringen, bedeutet eben nicht im Umkehrschluss, dass man den Sozialismus ebenso trickreich durchsetzen könnte. Unter Missbrauch auch des guten Rufes einer Rosa Luxemburg versucht „Die Linke“ die Revolutionäre Linke auf einen sozialdemokratischen Kurs einzuschwören. Das ist nicht der Kommunismus eines Marx, welcher da nämlich im noch heißen Blut der Pariser Kommunarden seine Härtung erfuhr, sondern die opportunistische Taktik einer Partei, die den Massen nicht die Wahrheit sagen will – die revolutionäre.

faz.net/Linkspartei und Kommunismus: Radikale Realpolitik, 05.01.2010

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In Arbeit und Kapital veröffentlicht | 3 Antworten