Toxische Systeme

Toxische Systeme
Nichts von dem was wir „einmal essen“ wird uns wohl sofort umbringen, doch alles zusammen, was wir so über die Jahre und Jahrzehnte „fressen“, ist das Gift. Doch wäre es die pure Heuchelei, sähen wir die Probleme allein nur bei der Produktion. Wenn man bei einer rasant steigenden Weltbevölkerung immer noch glaubt, dass man diese auch noch mit hochwertigen tierischen Produkten versorgen könnte, während man gleichzeitig die Grundnahrungsmittel raffiniert, dann landet man schließlich bei BSE, Gammelfleisch und Dioxineiern. Die Wertschöpfungskette zeigt sich spätestens seit dem sog. Biossprit als völlig absurd. Während man einerseits Nahrungsmittel wie Raps und Mais zu Treibstoff verarbeitet, weil dort höhere Profite zu erwarten sind, mixt man denselben Sprit – als Diesel – in die Nahrungsmittel, weil wiederum so höhere Profite zu erzielen sind. Wird eigentlich niemandem klar, dass das Problem nicht zugleich die Lösung sein kann. Ein planwirtschaftlicher (durch Transferleistungen gereizter) Kapitalismus scheint genauso wenig zu funktionieren wie ein marktwirtschaftlicher Sozialismus. Und je mehr wir uns dieser Auseinandersetzung zu entziehen suchen, d. h. der Entscheidung, desto toxischer werden beide Systeme.

faz.net/Dioxin-Skandal: Überhöhte Giftwerte auch bei Fleisch, 08.01.2011

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In Arbeit und Kapital, Das Feuilleton und das Patriarchat veröffentlicht | 3 Antworten