In eine Korruptionsmaschinerie eingebettet
„Die Rhön Klinikum AG habe nach eigenen Angaben zwischen 1999 und 2006 für einen neuen Lehrstuhl an der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät insgesamt 747.764,36 Euro überwiesen.“ Da spenden die Rhön-Kliniken ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, wo Herr Baron von und zu Guttenberg dort promoviert. Man kümmert sich halt um seine Leute. Ein soziales Unternehmen. Wäre da nicht diese Kette nicht enden wollender Skandale um eben die Rhön-Kliniken selber. Da ist die Rede von einer „Kultur des Überwachens“, von korrupten Führungskräften, von mit Schmiergeldern unterstütztem Lobbyismus, usw. usf. Eine bessere Referenz für Herrn Guttenberg und mit ihm für diese ganze konservativ-liberale Seilschaft, welche da die letzten Jahre ihre politische Macht derart ökonomisch missbrauchte, dass sich selbst das konservative Publikum angewidert wegdreht, ist weit und breit nicht sichtbar. So steuert die „Causa Guttenberg“ unbeirrt in Richtung eines Offenbarungseides. An Guttenbergs „Charme“ klebt ein ganzer schmutziger Feldzug. Nicht der nur in Afghanistan – in Deutschland: ein Feldzug eines in seiner Gier kaum noch zu bremsenden Kapitals. Und wo im Kriegsfall ein Feldzug von Sanitätern begleitet ist, so ist dieser hier in eine Korruptionsmaschinerie eingebettet.
faz.net/Plagiats-Affäre: „Wir sind einem Betrüger aufgesessen“, 25.02.2011