Herrschaftswissen bedeutet auch die Herrschaft der Wissenden

Herrschaftswissen bedeutet auch die Herrschaft der Wissenden
Die Antidiskriminierungsdebatte um das Thema Inclusion/Inklusion zielt auf eine ganzheitliche Beschulung unter Berücksichtigung der besonderen Stärken jedes Einzelnen, und das im ganz besonderen Interesse des „Behinderten“. Bereits die Regelschulen versagen hierbei regelmäßig, aber auch die sog. Förderschulen (früher: Sonderschulen). Nicht die Stärken, sondern die Schwächen stehen ganz generell in unserem pädagogischen Fokus. Ein Verfahren, das schon regelmäßig die sog. Normalbegabten/Nichtbehinderten überfordert, da diese Beschulung an den jeweils unterschiedlichen Besonderheiten jedes Einzelnen vorbei zielt. Für die Klassengesellschaft ist die Orientierung an den sog. Schwächen der Schwachen identisch mit der Klassenunterdrückung selbst. Sind doch die Schwächen der Schwachen das Gegenstück zu den Stärken der Herrschenden, womit die Klassenteilung perfekt gespiegelt ist. Herrschaftswissen gibt es auch, weil die „Wissenden“ die Herrschenden sind. Und wissend sind sie eben nur, da sie sich ihrer Herrschaft ver-ge-wissert haben. Das heißt, dass sie in die Methode der Bildungsvermittlung ein Geheimnis eingeschrieben haben. Ihre Stärken beruhen auf den Schwächen der Anderen. Die Inclusionsdebatte droht nun dieses Geheimnis zu lüften.

faz.net/inklusionsdebatte-keine-schule-fuer-alle-03-08-2011

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In Kultur und Klassenkampf veröffentlicht | 1 Antwort