Gründerjahre und Dekadenz in Einem

Gründerjahre und Dekadenz in Einem
Nach der Flick-Affäre 1980 dürfte es keinen Skandal gegeben haben, der die Käuflichkeit deutscher Politik(er) besser dokumentierte. Angesichts aber der nunmehrigen Bedeutungsnähe von „Finanzgeschäft“ über „Finanzkrise“ zu „Finanzbetrug“ – seit 2008 – wird die Flick-Affäre in den Bereich des Mythischen verwiesen. Doch der eigentliche Skandal ist, dass es Leute gibt, die das nicht als Skandal gelten lassen wollen. Ein Skandal nicht allein ob jenes skurril anmutenden Netzwerkes aus Politik (Schröder-Wulff), Finanzindustrie (Maschmeyer-Riester-Rürüp), Showgeschäft (Ferres-Scorpions) und Rotlichtmilieu (Hells Angels), sondern vor allem wegen eines neu aufscheinenden Bedeutungshorizontes. Stehen sie nun für sterbende („spätrömische“) Gesellschaften oder etwa gar für etwas ganz Neues und dessen „(Ur-)Verbrechen“ gewissermaßen. Das hat schon was von – und als Fan von Sergio Leone werde ich mir folgenden Vergleich wohl nie verzeihen – „Es war einmal in Amerika“. Gründerjahre und Dekadenz in Einem.

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In Krise des Kapitals veröffentlicht | 3 Antworten