Der Spiegel wäre entzerrt

Der Spiegel wäre entzerrt
Die Wirklichkeit, die der Gier zugrundeliegt, sind die realen ökonomischen Beziehungen des Menschen. Diese sind aber nicht nur von objektiver Natur, sondern darin zugleich des Menschen Setzung als Subjekt. Dessen Blick auf sein eigenes Produkt gleicht dem in einen doppelt verzerrten Spiegel. Sein Werk und doch ein von ihm unabhängiges. Das übersteigt des Menschen Realitätssinn. Wie vor einem Fiebernden entziehen sich die Produkte des Geistes dem wachen Blick. Das Problem der Subjekt-Objekt-Dichotomie lässt im Menschen die Vision von einem „Göttlichen“ entstehen. Doch dünkt es diesem Menschen, dass ein Ende haben muss, was irgendwo seinen Anfang hat. Die Gier wird wieder vermenschlicht, aber darin nicht als des Menschen eigenes Produkt erkannt. Sie wird zu dessen 2. Natur verklärt – wie die Gesellschaft. Doch wo Gesellschaft und Natur identisch=göttlich werden, erhebt sich ein „Überschuss“. Eines Fausts „unnatürliche“ Begierde bleibt ihm als eines Teufels Werk. Der Spiegel wäre entzerrt.

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