Gegen den herrschenden Nonsens
Die Diskussion um das Nichtwählen bringt den eigentlichen Gewinn, gleich ob aktiv oder passiv, organisiert-alternativ, also bewusst oder aus Verzweiflung. Denn sie bricht eine ganz andere Aporie, nämlich die der „Alternativlosigkeit“, welche ja in Wirklichkeit selbst nur Verzweiflung offenbart. Und es macht dem „kleineren Übel“ den Garaus. Mag sein, dass auch das Nichtwählen als das kleinere Übel erscheint. Doch, wie gesagt: die Debatte macht‘s. Und da schadet auch die Keule des Nihilismus nicht. Denn nihilistisch ist diese Gesellschaft längst. Doch autistisch erst seit Jüngstem. In einer Zeit, in der es der politischen Kaste, wie der herrschenden Klasse insgesamt, am A…. vorbeigeht, was der Bürger vorbringt, ist Nihilismus zweitrangig. Dem Autisten so etwas wie Respekt vor der Sprache beibringen zu wollen, mag eine starke Herausforderung sein, doch vielleicht lernt der Bürger selbst dann das Sprechen, das neue, gegen das postmoderne „Neusprech“, den herrschenden Nonsens, versteht sich.
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