„Garant der Weltordnung“? Welcher?
Von welcher Weltordnung ist hier eigentlich die Rede? Von der „westlichen“? Oder von der übrigen, definitiv nicht einheitlichen? Oder „nur“ von der kapitalistischen, also aktuell „globalen“? Und was macht es für einen Sinn – für die US-Amerikaner –, von einer „neuen Weltordnung“ zu reden, wo sie doch der Garant der bestehenden sein sollen? Hier wird mit unklaren Begriffen hantiert und Ideologie verabreicht, ohne eine einzige dieser Fragen beantworten zu können. Doch von den Antworten hängt es ab, in welche Richtung sich Interventionen steuern lassen, oder eben nicht. Für zwei Dinge sind die USA klar der Garant: für die kapitalistische Gesellschaft und für ihre Vorherrschaft innerhalb dieser. Eine Provokation für eine sich im Aufruhr befindenden Welt. Doch dem Kapital erscheint die Vorherrschaft der USA als alternativlos. Der NSA-Skandal macht das überdeutlich. Über die wichtigsten Fragen in der Außenpolitik und manchmal gar in der Innenpolitik entscheiden die USA – für die übrige kapitalistische Welt.
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