Verdorben – die teuflische List

Verdorben – die teuflische List
Mit diesem Gefühl des Triumphes machen die Triumphierenden den Getöteten posthum zu dem, was seine Anhänger in ihm schon immer sahen: einen Helden, einen der für eine „gerechte Sache“ kämpfte. Was auch immer Bin Ladin für eine Person gewesen sein mag, welche Rolle er auch immer gespielt haben wird, ich persönlich halte ihn für ein Geheimdienstphantom, für ein Produkt letztlich auch rivalisierender Kapitalsinteressen. Mit diesem Triumph lässt die herrschende Bourgeoisie tief blicken. In sich, in ihre Interessen, in das wahre Wesen dieses „Kreuzzugs gegen den Terrorismus“. So zeigt sie sich nicht weniger hässlich, als genau jenen, dessen Pferdefuss man fast zu sehen glaubte. Mit solchen Zuweisungen, wie jetzt erst recht mit dieser grotesken Hinrichtung, einschließlich all der Geschmacklosigkeiten, verurteilt sie sich selbst mehr als es ihr gelungen sein mag, mit ihrem „Gegner“. Außerdem: ein getöteter Teufel ist kein Teufel mehr. Ja, er dürfte somit nie einer gewesen sein. Der Teufel ist so unsterblich – so unverwundbar – wie sein Gegenüber. Das hätten sie bedenken sollen, diese Gralsritter. Verdorben – die teuflische List.

faz.net/Usama Bin Ladin: Tod und Jubel, 04.05.2011

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